Quietus, die Disziplin des geräuschlosen Todes, praktiziert der Clan der Assamiten. Diese auf Blut, Gift, Vitæ-Kontrolle und Seuchen beruhende Disziplin konzentriert sich auf die Vernichtung ihres Ziels durch verschiedene Mittel. Die Disziplin verursacht nicht immer einen schnellen Tod; die Assassinen bauen auf ihre Vernichtungskraft, um ihre Beziehung zu ihren Opfern zu verschleiern.
Inhaltsverzeichnis
• Totenstille
Viele Assamiten behaupten, noch nie die Todesschreie ihrer Ziele gehört zu haben. Wenn die Stille des Todes wirkt, umgibt sie den Vampir mit übernatürlicher Stille und dämpft jedes Geräusch, das aus dem Bereich direkt um den Vampir dringt. Es gibt Gerüchte im Übermaß über geschickte Wesire der Assamiten, die die Fähigkeit besitzen, einen Ort still zu machen, nicht einen Umkreis, der ihnen folgt, aber das ist unbewiesen.
System: Diese Kraft schafft völlige Stille im Bereich unmittelbar um den Assamiten (6 m Radius). Die Anwendung dieser Kraft kostet 1 Blutpunkt, pro Aktivierung hält sie etwa 1 Stunde.
•• Berührung des Skorpions
Indem Vampire die Eigenschaften ihres eigenen Blutes verändern, können sie es als Gift verwenden, das ihre Beute ihrer Resistenz beraubt. Diese Kraft fürchten andere Kainiten sehr, und es zirkulieren in zitternden Klüngeln schreckliche Geschichten aller Art über die Methoden der Verabreichung des Blutes. Es ist bekannt, dass Kainskinder, die Quietus beherrschen, das Gift häufig verabreichen, indem sie ihre Waffen damit bestreichen, ihre Gegner mit einer Berührung vergiften oder es spucken wie eine Kobra. Ein apokrypher Bericht erzählt von einem stolzen Prinzen, der entdeckte, dass ein Assamit plante, ihn auszubluten und den Möchtegern-Assassinen per Diablerie zu töten begann. Auf halbem Wege stellte er fest, dass er eine bedrohliche Menge verunreinigten Blutes getrunken hatte und konnte dann dem neuerlichen Angriff des geschwächten Hashashiyyin nicht mehr widerstehen.
System: Für den erfolgreichen Einsatz dieser Kraft ist es notwendig, dass das Kainskind mindestens 1 Blutpunkt einsetzt und einen Willenskraftwurf schafft (Schwierigkeit 6). Gelingt der Wurf und trifft der Vampir (wobei er nicht unbedingt Schaden verursachen muss), verliert das Opfer 1 Punkt Widerstandsfähigkeit pro eingesetztem Blutpunkt – Vampire, die versuchen, das Blut des
Kainskind zu trinken, das Berührung des Skorpions einsetzt, gelten automatisch als „getroffen“.
Das Opfer kann sich gegen das Gift mit einem Wurf auf Widerstandsfähigkeit + Seelenstärke (Schwierigkeit 6) wehren; die erzielten Erfolge minimieren die des Vampirs zur Schädigung des Ziels. Die Maximalzahl von Blutpunkten, die ein Kainskind jeweils umsetzen kann, entspricht seiner Widerstandsfähigkeit. Die Anzahl der Erfolge legt fest, wie lange die Widerstandsfähigkeit verloren
ist.
| Erfolge | Ergebnis |
|---|---|
| 1 Erfolg | 1 Runde |
| 2 Erfolge | 1 Stunde |
| 3 Erfolge | 1 Tag |
| 4 Erfolge | 1 Monat |
| 5 Erfolge | Dauerhaft (allerdings kann man mit Erfahrungspunkten Widerstandsfähigkeit zurückkaufen). |
Wenn ein Sterblicher durch diese Kraft auf Widerstandsfähigkeit 0 fällt, wird er sehr krank und verliert seine Immunität gegen Krankheiten. Wenn ein Kainskind durch diese Kraft auf Widerstandsfähigkeit 0 fällt, fällt es in Starre und erholt sich erst wieder, wenn einer seiner Widerstandsfähigkeitspunkte zurückkehrt. Wenn die gesamte Widerstandsfähigkeit eines Kainskindes
dauerhaft zerstört wurde, kann er sich nur auf mystischem Wege wieder aus der Starre retten.
Um seinem Ziel mit seinem Gift zu schaden, muss der Kainit seine Haut berühren oder es mit etwas treffen, das mit dem Gift bestrichen ist. Viele Assamiten bestreichen ihre Waffen mit der Ausscheidung, während andere das Gift in ihren Händen sammeln (oder es für einen „Todeskuss“ auf ihre Lippen streichen) und ihre Gegner damit berühren. So vergiftete Waffen müssen
nahkampftauglich sein – Pfeile, Schleudersteine, Kugeln und dergleichen kann man nicht mit genügend Gift bestreichen, um Schaden zu machen, und es tropft im Flug herunter. Spieler, deren Vampire ihre Ziele anspucken wollen, müssen einen Wurf auf Widerstandsfähigkeit + Sportlichkeit machen (Schwierigkeit 6). Nicht mehr als 2 Blutpunkte können gespien werden, und ein Kainskind kann pro Körperkraft- und/oder Stärkepunkt, die der Charakter besitzt, über eine Entfernung von 3 m spucken. Assamiten sind gegen ihr eigenes Gift immun, nicht aber gegen das Blutgift anderer Kainskinder mit dieser Kraft.
••• Dagons Ruf
Diese schreckliche Kraft erlaubt einem Assamiten, sein Ziel in seinem eigenen Blut zu ertränken. Indem sich das Kainskind konzentriert, lässt es die Adern seines Ziels platzen und füllt seine Lunge mit Vitæ, die es dann von innen her ersticken lässt. Das Blut erstickt den Körper des Opfers buchstäblich von innen, während es hindurchfließt; so wirkt es sogar auf Kainskinder, die ja
nicht atmen. Bis das Ziel in Agonie oder Todeskrämpfen zusammenbricht, hat diese Kraft keine sichtbaren Auswirkungen, und viele Kainskinder bevorzugen sie, weil sie keine Spuren hinterlässt.
System: Um Dagons Ruf einzusetzen, muss der Vampir seinen Feind berühren. Innerhalb einer Stunde kann der Vampir den Ruf ausstoßen, er muss aber nicht in der Nähe oder gar in Sichtweite seines Ziels sein. Der Anwender muss 1 Blutpunkt einsetzen. Der Spieler des Kainskindes macht einen Wurf gegen Widerstand auf Widerstandsfähigkeit gegen das Ziel; die Schwierigkeit des jeweiligen Wurfs entspricht dem dauerhaften Willenskraftwert des Gegners. Die Anzahl von Erfolgen gibt an, wie viel Schaden in Gesundheitsstufen der Vampir seinem Opfer zufügt. Für
1 zusätzlichen Willenskraftpunkt, den der Assamit in der nächsten Runde einsetzt, kann er Dagons Ruf weiter einsetzen, indem er einen weiteren Wurf gegen Widerstand auf Widerstandsfähigkeit macht. Der Schaden aus Dagons Ruf gilt als tödlich. Solange der Spieler des Kainskindes weiter Willenskraft einsetzt, kann der Charakter seinen Gegner weiter von innen heraus zerfleischen.
•••• Baals Liebkosung
Baals Liebkosung, der ultimative Einsatz von Blut als Waffe (sieht man einmal von Diablerie ab), erlaubt dem Kainskind, eine Waffe mit seinem eigenen Blut zu vergiften. Früher, als die Assamiten die Angriffe der sarazenischen Legionen schon anführten, sah man sie mitten im Kampf oft ihre eigenen Dolche lecken, wobei sie sich in die Zunge schnitten und auf ihre Waffen bluteten.
Baals Liebkosung wirkt bei jeder Klingenwaffe, von Stiletten über Schwerter bis hin zu Speeren oder gar Fingernägeln.
System: Mit Baals Liebkosung vergiftete Waffen machen normal Schaden, doch die entstandenen Wunden sind schwer heilbar. Es ist kein Wurf erforderlich, um diese Kraft zu aktivieren, aber jeder Treffer verzehrt 1 Blutpunkt. Wenn etwa ein Kainit sein Messer vergiftet und seinen Gegner trifft (auch wenn er keinen Schaden macht), geht Gift im Wert von 1 Blutpunkt verloren.
Aus diesem Grunde bestreichen viele Vampire ihre Waffen mit großen Mengen Blutes. Schlägt der Vampir daneben, wird kein verunreinigtes Blut verzehrt.
••••• Kuss des Todes
Kuss des Todes, eine Weiterentwicklung von Baals Liebkosung, erlaubt dem Kainiten, sein Ziel mit ätzendem Blut zu bespucken. Das mit dieser Kraft hochgewürgte Blut verbrennt Fleisch und verätzt Knochen; es gibt Berichte von Vampiren, die mächtige Blutströme erbrechen und so ihre Ziele in Schleimklumpen verwandeln.
System: Pro Punkt bei Körperkraft und/oder Stärke, den er besitzt, kann der Vampir bis zu 3 m weit spucken. Zum Treffen des Ziels ist ein Wurf auf Widerstandsfähigkeit + Sportlichkeit (Schwierigkeit 6) erforderlich. Jeder Blutpunkt, der das Ziel trifft, verursacht 2 Würfel schwer heilbaren Schadens, und es gibt keine Begrenzung der Blutmenge, mit der man ein Ziel überschwemmen kann (außer der Kapazität des Vampirs und der Anzahl von Blutpunkten, die er pro Runde maximal ausgeben kann).
••••• • Blutschweiß
Obwohl Vampire über keine funktionierenden Schweißdrüsen verfügen, sind sie doch in extremen Stresssituationen von Zeit zu Zeit in der Lage zu schwitzen. Dieser „Schweiß“ ist in Wirklichkeit ein dünner Film aus Blut, der sich auf der Stirn oder den Handflächen des Kainiten bildet.
Die meisten Kainskinder sehen im Blutschweiß einen Hinweis auf Angst oder Schuld. Der Vampir, der diese Kraft gemeistert hat, ist in der Lage, in übernatürlichem Maße solche Gefühle in anderen zu erzeugen. Das Opfer erfährt einen regelrechten Vitæ-Schweißausbruch, sofern es auch nur den leisesten Anflug von Reue über eine von ihm begangene Tat verspürt.
System: Der Charakter muss sich in einer direkten Sichtlinie seines Opfers befinden und sich 3 Runden lang konzentrieren.
Der Spieler setzt 1 Willenskraftpunkt ein und würfelt Manipulation + Einschüchtern (die Schwierigkeit entspricht der momentanen Willenskraft des Opfers). Das Ziel verliert pro erzieltem Erfolg 1 Blutpunkt. Sterbliche nehmen Schaden, als hätten sie ihr Blut durch das Aussaugen eines Vampirs verloren. Das Ziel „schwitzt“ sein Blut regelrecht aus und durchtränkt seine Kleidung mit
dem plötzlichen, grauenvollen Blutschweißausbruch. Ein größerer Blutverlust kann sich sogar in einer Pfütze zu seinen Füßen sammeln. Blut, das so verlorengeht, gilt als totes, träges Blut Sterblicher und hat nur noch begrenzten Nährwert für einen Kainiten (die Hälfte des normalen Wertes), der verzweifelt genug ist, es vom Boden aufzulecken oder aus Handtüchern zu wringen. Es
bietet keine Nahrung für den, der es verloren hat.
Zusätzlich zum Blutverlust überkommt das Opfer ein Gefühl der Zerknirschung und Schuld über seine vergangenen Taten (sofern es ein starkes Gewissen hat) oder ein gewaltiges Bedürfnis, mit diesen zu prahlen (wenn es über einen ausreichend abgebrühten, unmoralischen Charakter verfügt). Die Schwere dieses Impulses hängt ab von der Anzahl der Erfolge, die der Anwender der
Disziplin erzielt hat: 1 Erfolg erzeugt vielleicht leichte Gewissensbisse, während sich 5 Erfolge in einem Zusammenbruch mit anschließendem umfassenden Geständnisäußern könnten. Dieser Effekt ist mehr erzählerischer denn spieltechnischer Natur und macht den Erzähler zur letzten Instanz in der Entscheidung darüber, welches Vergehen das Opfer dazu veranlasst, in Reue oder Prahlereien auszubrechen.
Wichtig zu beachten ist, dass diese Kraft nicht sehr bekannt ist.
Vampire wie Sterbliche schrecken vor jemandem zurück, der plötzlich und unerwartet Blut schwitzt. Solch eine Erfahrung kann selbst die standhafteste Person in Panik versetzen.
••••• • Erlesene Stille
Auch wenn Totenstille ein effektives Werkzeug sowohl für das Schlachtfeld als auch für den Fürstenhof ist, so ist sie doch in ihrer Wirkung recht grobschlächtig. Der Assassine, der sie anwendet, um den Lärm einer Schrotflinte zu dämpfen, dämpft damit auch das Funkgerät, über das ihn sein Kamerad vor einem nahenden Wächter warnen könnte.
Der Vasall, der die Gespräche in einem Raum voller andersdenkender Kainiten unterdrückt, ist auch nicht fähig, seiner eigenen Stimme Gehör zu verschaffen. Erlesene Stille erlaubt es geschickten Kainiten, diese Einschränkung zu umgehen, indem sie nur die Personen oder Dinge zum Schweigen bringen, die er auch verstummen lassen möchte.
Die meisten Anwender atmen, wenn sie diese Kraft anwenden, einen feinen Blutnebel aus, der sich an die von Ihnen ausgewählten Ziele heftet und verdunstet, sobald die Wirkung der Erlesenen Stille abklingt. Einige Vampire verwenden eine ähnliche Technik, wenn sie Totenstille anwenden, dann umgibt sie der Dunst und folgt ihnen auf Schritt und Tritt.
System: Der Spieler verbraucht 2 Blutpunkte und würfelt Widerstandsfähigkeit + Heimlichkeit gegen 7. Mit jedem erzielten Erfolg kann der Charakter 1 Person oder 1 Gegenstand seiner Wahl zum Schweigen bringen. Jedes dieser Ziele muss sich im Umkreis von 20 m um den Charakter befinden. Gegenstände, die größer sind als eine Person, gelten als mehr als ein Objekt: Ein schweres Maschinengewehr zählt als zwei, ein Auto als drei und ein Kleinflugzeug als fünf. Gegenstände, die größer sind als ein Privatjet oder Kreaturen, die größer sind als ein Elefant, kann man durch diese Kraft nicht zum Schweigen bringen.
Jedes zum Verstummen gebrachte Ziel schweigt für eine Anzahl Minuten, die so hoch ist wie die permanente Willenskraft des Charakters.
Nichts, was es tut, erzeugt ein Geräusch, die Effekte seiner Taten hingegen schon. Beispielsweise wird eine Waffe, die mit Erlesene Stille behaftet ist, nicht knallen, wenn man sie abfeuert, doch die von ihr abgeschossenen Kugeln werden Lärm beim Durchbrechen der Schallmauer verursachen. Ein zum Schweigen gebrachtes Opfer kann schreien, so viel es will und doch keinen Ton herausbringen, wird aber trotzdem in der Lage sein, Hilfe zu rufen, indem es ein Fenster einschlägt.
••••• • Läuterung
Während sehr viele Kulturen der Sterblichen das Vergießen von Blut negativ konnotieren, sehen Assamiten – und die meisten anderen Vampire – das Gegenteil darin. Für sie ist Blut eine Substanz, die ihr Unleben sichert und ihnen Kraft gibt. Läuterung funktioniert nach diesem Prinzip, sie nutzt die Macht der Vitæ, um zu reinigen und wiederherzustellen. Statt den Körper des Anwenders von Verunreinigungen zu säubern, erlaubt Läuterung ihm, den Geist und die Seele anderer von Verschmutzungen, auch denen, die von der Geisteskontrolle anderer Kainiten zurückgeblieben sind, zu reinigen. Der Vampir, der diese Fähigkeit einsetzt, treibt sein eigenes Blut aus seiner Haut und erlaubt ihm, sein Ziel zu durchdringen und dann anschließend
langsam zu verschwinden. Dabei nimmt es auch spirituelle Verschmutzungen und Einflüsse mit sich, die von außen stammen.
System: Der Charakter berührt die Stirn des Ziels seiner Wahl, anschließend müssen beide mindestens 5 Minuten in tiefster Konzentration verbringen. Der Spieler muss so viele Blutpunkte aufbringen, wie sein Gegenüber permanente Willenskraft hat. Dies ermöglicht für jede äußere übernatürliche Kraft, die Einfluss ausübt (üblicherweise eine vampirische Disziplin), einen Wurf
auf Willenskraft.
Die Schwierigkeit entspricht der Stufe der jeweiligen Kraft +4 (oder 7, wenn die Kraftstufe unbekannt ist, etwa weil die Kraft von einer anderen übernatürlichen Kreatur kam). Ein Erfolg hebt ihre Auswirkungen auf. Läuterung hat ihre Grenzen. Sie kann zwar direkten geistigen Einfluss beseitigen, etwa durch Beherrschung eingepflanzte Befehle, durch Irrsinn entstandene Geistesstörungen oder die Auswirkungen der Präsenz eines Ahnen auf eine Person, sie ist aber nicht in der Lage, Einfluss zu brechen, der durch Blut entstand und weiterbesteht. Dazu zählen das Blutsband oder Veranlagungen, die abhängig vom Clan oder von der Blutlinie sind.
Auch kann sie keinen Einfluss aufheben, der aus natürlichen Ursachen erwachsen ist, wie zum Beispiel aus Überzeugung, Hypnose, Gehirnwäsche, genauso wenig wie natürliche emotionale Zustände wie Hass und Liebe. Diese Disziplin kann aber Gedanken beeinflussende Blutmagieeffekte beseitigen, doch dazu muss entweder der Anwender von Läuterung oder deren Nutznießer
eine gleich hohe oder höhere Stufe in Thaumaturgie besitzen wie der Anwender. Ein Charakter kann Läuterung nicht auf sich selbst anwenden.
••••• • Wellen des Herzens
Laut den Aufzeichnungen der Assamiten stammt diese Technik von einem byzantinischen Gelehrten, der seine Herde vor dem Hunger anderer Kainiten schützen wollte. Wellen des Herzens erlaubt es einem Kainiten, Emotionen im Blutstrom eines Sterblichen zurückzulassen, von dem er trinkt.
Jeder andere Vampir, der anschließend von dem Gefäß trinkt, erlebt diese Empfindungen, als seien sie seine eigenen.
System: Der Charakter muss mindestens 1 Blutpunkt des Sterblichen trinken und anschließend 1 Minute lang mit ihm in direktem Körperkontakt stehen, während er sich auf die Emotion konzentriert, die er im Blutkreislauf zurücklassen will. Der Spieler verbraucht dann 1 Willenskraftpunkt und würfelt Charisma + Empathie (die Schwierigkeit beträgt unter normalen Umständen 7, wenn er die Emotion, die er zurücklassen möchte, selbst gerade empfindet 5 und wenn er gerade eine starke gegenteilige Emotion empfindet 9). Das Blut des Ziels trägt dann für jeden erwürfelten Erfolg 1 Monat lang die ihm eingeimpfte Emotion. Das Blut eines Sterblichen kann immer nur je eine Emotion aufnehmen. Weitere Versuche, Wellen des Herzens auf denselben Sterblichen zu wirken, haben keinen Effekt, bis der bestehende Effekt seine Wirkung verloren hat.
Jeder Vampir, der von einem Gefäß trinkt, das unter dem Einfluss dieser Disziplin steht, muss einen Wurf auf Selbstbeherrschung/Instinkt (Schwierigkeit = gegenwärtige Willenskraft des Sterblichen) durchführen, sobald er versucht, den ersten Blutpunkt zu schlucken. Wenn dieser fehlschlägt, überwältigt den Vampir sofort die Emotion, die im Blut gespeichert war. Die Stärke des
Gefühls ist davon abhängig, wie viele Blutpunkte der beeinflussten Vitæ er trinkt. 1 Blutpunkt sorgt nur für einen kurzfristigen Gemütsumschwung, 2 führen zu einer deutlichen Stimmungsänderung und 3+ verändern den emotionalen Zustand vollständig. Je nach den Umständen und dem Gefühl können die sich daraus ergebenden Folgen spektakulär oder gar katastrophal sein.
Ein Kainit, den romantische Gefühle übermannen, kann glauben, er habe sich in den Sterblichen (oder jeden anderen, der sich gerade in der Nähe aufhält) verliebt. Einer, der von einem Gefäß trinkt, dessen Blut mit einem Hassgefühl verseucht ist, könnte sein Opfer vor Zorn in Stücke reißen, und einer, der Vitæ zu sich nimmt, die mit Furcht gesättigt ist, kann schreiend davonlaufen.
Der Vampir bleibt so viele Stunden dieser aufgezwungenen Emotion ausgesetzt, wie der Sterbliche permanente Willenskraft besitzt. Allerdings können sich in diesem Zeitraum auch andere Gefühle einstellen, wenn er erst einmal den anfänglichen Schreck der plötzlichen Gefühlsaufwallung überwunden hat.
Der Sterbliche, dessen Blut mit Wellen des Herzens beeinflusst ist, spürt keine Auswirkungen und ist sich des Einflusses dieser Kraft nicht bewusst. Der Vampir, der Wellen des Herzens auf einen Sterblichen angewendet hat, ist selbst gegen die Auswirkungen dieser Kraft gefeit.
••••• •• Baals blutige Klauen
Das Gift, das Baals Liebkosung erzeugt, ist nicht stark genug, um wahrhaft mächtigen Gegnern ernstlich zu schaden. Diese fortschrittlichere Technik, Baals blutige Klauen, erlaubt es einem Anwender, seine Waffe mit einem auf Blut basierenden Gift zu bestreichen, das so stark ist, dass es selbst die Waffe, auf die man es aufträgt, zerfrisst. Doch ihre Auswirkungen auf einen Gegner sind so spektakulär, dass sie selbst den Verlust einer geschätzten Klinge wert sind. Die Wirkungsdauer dieser Kraft ist sehr knapp bemessen, da die Substanz, die durch sie entsteht, sehr schnell verdunstet.
System: Der Charakter bestreicht eine Klingenwaffe mit seinem Blut, wie er es auch bei Baals Liebkosung täte. Der Spieler verbraucht einen oder mehrere Blutpunkte und würfelt Willenskraft (Schwierigkeit 7). Die Waffe verursacht jetzt schwer heilbaren Schaden. Zusätzlich erhält sie für jeden investierten Blutpunkt und für jeden erzielten Erfolg 1 weiteren Würfel Schaden. Diese Extrawürfel verringern sich pro Runde um 1, während das Gift von Baals blutigen Klauen verdunstet, abtropft und mit dem Material der Waffe reagiert. Sobald die zusätzlichen Schadenswürfel verloren sind, verringert sich die Anzahl der Würfel für den Grundschaden der Waffe mit derselben Geschwindigkeit. Die Waffe bricht, sobald sich ihr Grundschadenswert mit der Körperkraft ihres Anwenders deckt oder darunter fällt. Die einzigen Waffen, die dieser Zersetzung widerstehen können, sind die, die übernatürliche Kräfte vor dieser Substanz schützen. Allerdings müssen diese Kräfte mindestens die gleiche Stufe haben wie der Wert des Charakters in Quietus, und auch dann liegt die endgültige Entscheidung darüber, ob die Waffe unversehrt bleibt, beim Erzähler.
Baals blutige Klauen besitzt bis auf die Anzahl der erfolgreich durchführbaren Schläge, die schwer heilbaren Schaden verursachen, dieselben Einschränkungen wie Baals Liebkosung. Eine Waffe, auf die Baals blutige Klauen wirken, verursacht diesen Schaden grundsätzlich bei jeder Attacke und natürlich nur solange, bis sie zerstört ist.
Mit Erlaubnis des Erzählers kann ein Charakter das Gift auch für andere Zwecke nutzen, etwa um ein Schloss zu zersetzen oder ein Tonband mit belastendem Material zu vernichten. Er kann das Gift aber nicht zum späteren Gebrauch aufbewahren und lagern – selbst dann nicht, wenn der dafür verwendete Behälter resistent gegen die zersetzende Wirkung der Substanz ist. Wenige Minuten, nachdem sie den Körper ihres Schöpfers verlassen hat, wird sie unwirksam.
••••• •• Vergiften des Quell des Lebens
Statt einfach nur Spuren von Emotionen im Blut eines Sterblichen zu hinterlassen, kann ein Kainit, der diese Stufe des Quietus gemeistert hat, die Vitæ eines Gefäßes für jeden anderen Vampir, der von diesem Sterblichen trinkt, zu einem tödlichen Gift machen. Manche Kainskinder verwenden Vergiften des Quells des Lebens dafür, ihre Herde vor „Wilderern“ oder spezielle Gefäße vor wahlloser Ernährung zu schützen. Andere sind dafür bekannt, dass sie diese Kraft angewandt haben, um anderen Vampiren eine Falle zu stellen und deren eigene Herde gegen sie zu nutzen.
System: Der Charakter berührt den Sterblichen, den er beeinflussen will und bestreicht dessen Haut mit seiner Vitæ. Der Spieler verbraucht 3 Blutpunkte und würfelt Widerstandsfähigkeit + Okkultismus (Schwierigkeit 7). Für jeden erzielten Erfolg hält die Wirkung dieser Kraft 1 Monat an und verursacht bei einem anderen Vampir für jeden Blutpunkt, den er von diesem Sterblichen trinkt, 2 schwer heilbare Schadensstufen. Dieser Schaden manifestiert sich als Kombination aus Verätzung und toxischem Schock.
Solange das Blut eines Sterblichen auf Vampire giftig wirkt, wird auch seine übrige Körperchemie ins Toxische verändert.
Er erhält 2 zusätzliche Punkte Widerstandsfähigkeit, wenn er versucht, den Auswirkungen und Schäden von Giften und Säuren zu widerstehen und standzuhalten. Doch seine Ausdünstungen, speziell sein Schweiß, riechen auch etwas strenger als sonst. Er erhält einen Abzug von 1 Würfel auf alle Proben, die sich auf gesellschaftlicher Ebene auswirken, sobald die Person,
mit der er interagieren will, einen empfindlichen Geruchssinn hat und ihm nahe genug kommt, um ihn zu riechen.
••••• ••• Lieder ferner Vitæ
Blutmagier und erfahrene Anwender von Auspex wissen schon lange, dass Vitæ Spuren von Emotionen und Persönlichkeit übertragen kann. Diese Kraft erweckt diese Eindrücke zu neuem Leben und überwältigt einen Vampir mit „Erinnerungen“ an Wahrnehmungen und Gefühle eines Opfers, dessen Blut er trank. Besonders willensstarke oder gestählte Ziele dieser Kraft können
diese Visionen als Tagträume abtun, während diese Erfahrungen schwächere Individuen dauerhaft verändern können. Ein Nebeneffekt der Verwendung dieser Kraft besteht darin, dass ein Teil der Vitæ, aus der die Eindrücke erwachsen, vergeht. Einige Wesire vertreten die Theorie, dies sei dadurch zu erklären, dass ein Bruchstück des Bewusstseins des ursprünglichen Gefäßes seinem
Räuber auf diese Art entkommen will.
System: Der Charakter berührt sein Ziel und konzentriert sich 1 Runde lang. Der Spieler bringt 4 Blutpunkte auf und würfelt Geistesschärfe + Einschüchtern gegen die permanente Willenskraft des Opfers. Hat das Ziel innerhalb der gleichen Anzahl an Nächten, wie der Charakter Punkte in Wahrnehmung hat, Diablerie begangen, so erhält der Angreifer 1 automatischen Erfolg.
Das Ergebnis resultiert aus der Gesamtzahl an Erfolgen, die der Charakter erzielt. Beachten Sie, dass sämtliche Erinnerungen und Empfindungen, die das Opfer befallen, äußerst negativer Natur und sehr beängstigend sind – beispielsweise wird das Opfer dieser Kraft nie die angenehmen Erfahrungen erleben, die normalerweise mit dem Trinken einhergehen.
Zusätzlich zu den unten aufgeführten Effekten verliert das Ziel eines erfolgreichen Angriffs die gleiche Anzahl an Blutpunkten, wie Erfolge gewürfelt wurden. Diese Vitæ bricht in Form warmer Tropfen aus seinem Körper hervor, was zwar keinen Schaden verursacht, aber jeden unfreiwilligen Zeugen verängstigen sollte.
| Erfolge | Ergebnis |
|---|---|
| Patzer | Der Angreifer erlebt eine Rückblendensequenz, in der er sein letztes Trinken aus der Sicht des Opfers empfindet. Hat der Spieler 3+ Einser gewürfelt, erleidet der Charakter eine permanente Geistesstörung, die mit dem Trinken in Zusammenhang steht. |
| Fehlschlag | Das Ziel bleibt unbeeinflusst und für so viele Nächte gegen einen erneuten Versuch der Anwendung dieser Kraft immun, wie es Willenskraft besitzt. |
| 1 Erfolg | Das Ziel erlebt eine kurze Erinnerungssequenz (10 Sekunden/3 Runden) eines Angriffs aus der Sicht eines Opfers, von dem es getrunken hat. Während dieser Sequenz sind alle Würfe um 2 erschwert. |
| 2 Erfolge | Das Ziel erlebt eine kurze Aneinanderreihung (15 Sekunden/5 Runden) von Erinnerungen an das Trinken aus der Sicht verschiedener Gefäße. Währenddessen sind alle Würfe um 3 erschwert. Nachdem die anfänglichen Empfindungen überstanden sind, bleibt es unruhig und muss auf alle Würfe eine zusätzliche Erschwernis von 1 auf sich nehmen. Das hält an, bis ihm eine Probe auf Selbstbeherrschung/Instinkt (Schwierigkeit 8) gelingt, die es einmal pro Szene durchführen darf. |
| 3 Erfolge | Das Ziel erlebt eine von seinem eigenen Unterbewusstsein erstellte Zusammenfassung des Grauens, das einige seiner Opfer empfanden, während es sie angriff und ihr Blut trank. Ihm muss ein Mutwurf (Schwierigkeit 8) gelingen, ansonsten verfällt es augenblicklich in Rötschreck. Aber auch wenn ihm dieser Wurf gelingt, erleidet es aufgrund der starken Irritation durch die Visionen für den Rest der Szene eine Erschwernis von 3 auf alle im Folgenden anfallenden Proben. |
| 4 Erfolge | Das Ziel ist erschüttert und für (8 - Selbstbeherrschung) Runden unfähig zu agieren, während sein Gewissen und seine Sinne unter einem Bombardement der schlimmsten Erinnerungen seiner Opfer leiden. Nachdem die anfängliche Intensität dieser Attacke abgeebbt ist, muss es einen erfolgreichen Mutwurf (Schwierigkeit 9) absolvieren oder in Rötschreck verfallen. Wenn dieser Wurf misslingt, muss ihm eine Probe auf Selbstbeherrschung/Instinkt (Schwierigkeit 8) gelingen, um zu vermeiden, dass es die Geistesstörung Blutiger Aberglaube erleidet. |
| 5 Erfolge | Das Ziel gerät in eine albtraumhafte Wiederholung der größten Ängste aller Opfer, von denen es sich bisher ernährt hat. Es muss erfolgreich Selbstbeherrschung/ Instinkt (Schwierigkeit 9) würfeln oder verfällt für (10 - Widerstandsfähigkeit des Ziels) Nächte in Starre, bis zu deren Ende es die Hälfte seiner permanenten Willenskraft verliert und die Geistesstörung Blutiger Aberglaube erhält. Wenn der Wurf auf Selbstbeherrschung/Instinkt gelingt, verfällt es für den Rest der Nacht in Rötschreck, in dem sein eigenes Abbild seine schlimmste Furcht darstellt. Am Ende der Nacht muss ihm ein Wurf auf Willenskraft (Schwierigkeit 9) gelingen, sonst verliert es einen permanenten Punkt Willenskraft und erhält zusätzlich noch die Geistesstörung Blutiger Aberglaube. |
••••• •••• Sühnen der Sünden des Vaters
Auch wenn die Richter der zweiten Stadt anerkannten, dass Schuld in der eigenen Verantwortung und nicht in der Abstammung liegt, sahen sie sich doch oft Situationen gegenüber, in denen die ganze Brut eines Vampirs dessen Verbrechen wiederholt hatte. In solchen Fällen bestraften die Richter alle Missetäter gleichermaßen. Diese Technik, von der viele Wesire annehmen, sie sei in jener Zeit entstanden, ermöglicht ihrem Anwender solche Urteile. Durch Sühnen der Sünden des Vaters kann ein Kainit eine niedrigerstufige Quietus-Ausprägung auf eine ganze Linie anwenden.
System: Nachdem der Spieler erfolgreich eine niedrigerstufige Quietuskraft auf einen anderen Vampir angewandt hat, opfert er 1 permanenten Willenskraftpunkt und 10 Blutpunkte. Dann würfelt er Widerstandsfähigkeit + Okkultismus. Die Schwierigkeit des Wurfs ergibt sich aus 4 + Anzahl der Generationen von Nachkommen des ursprünglichen Ziels, die die Auswirkungen betreffen sollen. Die maximale Schwierigkeit beträgt 10. Wenn der Wurf gelingt, erleidet jeder Angehörige der beeinträchtigten Generationen dieselben Auswirkungen wie das ursprüngliche Ziel. Jeder Betroffene kann mithilfe seiner eigenen relevanten Eigenschaften versuchen, dem Schaden und der Bestrafung entgegenzuwirken. Der Spieler kann eine Reihe von potenziellen Zielen von den Auswirkungen ausnehmen, die Anzahl ist gleich dem doppelten Geistesschärfewert des Charakters, und er kann nur jene schützen, deren Gesichter er kennt oder deren Vitæ er gekostet hat.