Die Sendboten des Todes sind eine kleine Blutlinie, die erst vor kurzem aus den Nebeln der Geschichte aufgetaucht und zum Sabbat gestoßen ist. Die Angehörigen dieser Blutlinie sind angeblich ausnahmslos Ahnen und beängstigend mächtig. Zwar lässt ihr plötzliches Auftauchen auf eine lange Starrephase schließen, doch sie benehmen sich nicht wie frischerwachte Vampire. Sie behaupten vielmehr, die letzten 500 Jahre tot gewesen zu sein.
Den Sendboten brachte Kains Blut das Aussehen verrottender Leichen, ganz ähnlich wie den Samedi. Tatsächlich vermuten Vampire, die beide Blutlinien kennen einen gemeinsamen Ursprung, doch da weder die Samedi noch die Sendboten öffentlich über ihre Herkunft sprechen, ist das nur Spekulation.
Die Sendboten sind erst seit kurzem Mitglieder des Sabbats, doch in dieser Zeit haben sie sich unentbehrlich gemacht. Das Schwert Kains hat in Ermangelung von Mitgliedern aus dem Clan Giovanni Schwierigkeiten beim Umgang mit Geistern. Das kann zu unschönen Spukerscheinungen führen, da der Sabbat genug Leute tötet, um Geistererscheinungen zum Problem werden zu lassen. Die Sendboten können diese rachsüchtigen Gespenster exorzieren oder noch besser in körperlose Spione und Sklaven verwandeln. Als Gegenleistung wollen die Sendboten nichts außer ein paar Gefallen, die sie zu einem späteren Zeitpunkt einfordern werden.
Der Sabbat neigt seinerseits nicht so sehr zum Austausch von Gefallen, der bei der Camarilla so an der Tagesordnung ist, doch was die Sendboten zu leisten imstande sind, ist zu wertvoll, um darauf zu verzichten. Außerdem ist ihre Leidenschaft geradezu mit Händen greifbar, ob man nun das Märchen vom edlen Ursprung und der „Rache an den verräterischen Geldverleihern“ glaubt, das die Sendboten gelegentlich erzählen oder nicht. Solch fanatischer Eifer ist dem Schwert Kains immer willkommen.
Spitzname: Lazarener
Sekte: Die Sendboten des Todes gehören ausschließlich dem Sabbat an. Andererseits lässt sich in Anbetracht der Tatsache, dass die Blutlinie unübersehbar viele verborgene Geheimnisse besitzt,
unmöglich sagen, ob manche Lazarener sich als Mitglieder der Camarilla verstehen oder unabhängig sind.
Erscheinungsbild: Man sieht die Sendboten selten außerhalb ihrer Zufluchten oder zumindest sehr selten in Kreisen, die sich nicht ausschließlich aus Kainskindern zusammensetzen, und das aus gutem Grund. Sie ähneln ausgemergelten, verschrumpelten Leichen. Ihre weiße Haut spannt sich straff über die Knochen, und das Zahnfleisch zieht sich zurück, was ihr Gesicht aussehen lässt wie einen gebleichten, grinsenden Totenschädel. Die meisten Lazarener bevorzugen weite Gewänder oder Grabtücher, um ihre Affinität zum Tod auch optisch deutlich zu machen.
Zuflucht: Im Gegensatz zu den meisten Kainskindern des Sabbats gehören Sendboten des Todes nie zu Rudeln und teilen daher auch nie die Zuflucht eines solchen. Lazarener bevorzugen ihre eigenen, privaten Zufluchten, die aber nahe genug bei den Lebenden liegen, dass es ihnen nicht an Blut (oder frischen Leichen für ihre schrecklichen Künste) gebricht. Solche Zufluchten liegen
oft unter Orten wie Friedhöfen, leer stehenden Labors und Schlachthöfen.
Hintergrund: Der Hintergrund des „typischen“ Sendboten des Todes ist unbekannt. Sie sind alle Ahnen, und wer sie zu Lebzeiten waren, ist in den Nebeln der Geschichte versunken. Sie scheinen eine klassische Bildung genossen zu haben. Ein Überlebender eines Kampfes zwischen einem Sendboten und einer Bande Camarilla-Brujah erwähnte, der Lazarener habe einen Kampfstil angewandt, der seinen Ursprung in Florenz hat. Abgesehen von diesen spärlichen Hinweisen ist jedoch die wahre Identität der Sendboten unbekannt.
Charaktererschaffung: Sendboten des Todes haben oft morbide und leicht gewalttätige Konzepte. Sie sind besessen von Rache, Tod und den Schrecken jenseits des Grabes. Gesellschaftliche Attribute und Fähigkeiten sind nicht Priorität. Die Blutlinie bevorzugt im Allgemeinen geistige Attribute und Kenntnisse, doch der Status ihrer Mitglieder als Ahnen bedeutet, dass sie insgesamt ziemlich vortrefflich sind (und lässt auf zahlreiche Hintergrundeigenschaften schließen).
Clandisziplinen: Auspex, Nekromantie, Seelenstärke
Schwäche: Die Haut eines Sendboten des Todes ist – ungeachtet der Menge an Blut, die er trinkt – immer totenbleich. Außerdem schrumpft sie, sodass die Lazarener skelettartig wirken. Wegen dieses eindeutig ungesund wirkenden, morbiden Gesichts haben Sendboten des Todes Erscheinungsbild 0. Alle gesellschaftlichen Würfe, bei denen es um das Erscheinungsbild geht, scheitern bei den Sendboten des Todes automatisch.
Organisation: Die Sendboten des Todes verfügen über eine gewisse interne Organisation, sie bleiben in Kontakt miteinander und treffen einander gar gelegentlich. Diesen Kontakt halten sie mithilfe geisterhafter Boten, und sie besuchen einander mithilfe von Methoden, die anderen Kainskindern nicht offen stehen. Der Großteil des Sabbats weiß nicht recht, wie viele Sendboten es
gibt oder was sie im Schilde führen.
Camarilla: Es stehen viele Veränderungen an …
Sabbat: Er kann nicht gewinnen. Aber wir wollen nicht gewinnen.
Giovanni: Sehr bald ist Zahltag, und dann wird all euer Geld wertlos sein.
Camarilla: Muss ich es Ihnen buchstabieren?
Sabbat: Ihr hättet die Gesichter der Itaker sehen sollen, als ihre Geistersklaven sich umdrehten und sie ansprangen. Ich liebe diese Typen!
Giovanni: Wie oft muss ich es denn noch sagen? Die Kappadozianer sind vernichtet. Wir haben sie vernichtet. Ende der Durchsage.