Die Kinder Haqims, die den anderen Kainskindern als Assamiten bekannt sind, sind ein lautloses Messer in der Dunkelheit, ein Orden blutrünstiger Assassinen, der an den geheimen Kriegen der Untoten teilnimmt, indem er sich als Meuchelmörder anmieten lässt. Die Assamiten stehen außerhalb der Reichweite der Sekten; sie sind echte Unabhängige und Söldner, die für jeden arbeiten, der ihren Blutzoll bezahlen kann und sich weder dem Willen eines Prinzen noch dem eines Priscus unterwerfen.
Bis ein Ziel begreift, dass ihm ein Assamit auf den Fersen ist, ist es oft schon viel zu spät. Es erübrigt sich zu sagen, dass viele der anderen Clans Assamiten deswegen sowohl fürchten als auch verachten.
In Wirklichkeit sind die Assamiten mehr als einfach nur Schläger und Mörder. Ihr Clan ist komplex, aber sehr isoliert und beruht auf den drei Prinzipien der Weisheit, der Hexerei und der Diablerie. Die meisten Assamiten, denen andere Vampire begegnen, sind jedoch Mitglieder der Kriegerkaste, weswegen die Gesellschaft der Kainskinder sie alle unter diesen Vorzeichen betrachtet. Die Assassinen tun ihrerseits nichts, um dieses Missverständnis aufzuklären.
Wenn es Ihnen hilft, Aufträge zu erhalten und das wahre Wesen ihres Clans verschleiert, umso besser.
Vor langer Zeit machte ein mächtiger Fluch, den die Tremere auf Betreiben der Camarilla gesprochen hatten und der ihren Blutdurst beschnitt, die Assamiten gefügig. Sie können die Vitae von Vampiren nicht trinken, ohne Schaden zu nehmen. Um ihr unaufhörliches Bemühen voranzutreiben, ihre Generation zu senken und ihrer heiligen Gestalt, Haqim (den manche Gelehrte außerhalb des Clans als Angehörigen der zweiten Generation bezeichnen, während andere darauf beharren, dass er ein von den anderen Vorsintflutlichen benannter Richter war), näher zu kommen, müssen die Assamiten das Blut von Kainskindern in eine alchimistische Lösung umwandeln.
Ohne dieses mystische Joch würden die Assamiten zweifellos auf einen uneingeschränkten Kreuzzug der unheiligen Diablerie gehen.
Spitzname: Assassinen
Sekte: Die meisten Assamiten sind unabhängig und lassen sich von den Sekten anmieten, um dann nach ihren eigenen Vorgaben zu arbeiten. Davon abgesehen glauben manche Assamiten, eine Zugehörigkeit zur Camarilla oder zum Sabbat würde dem gesamten Clan einen besseren Stand verleihen.
Erscheinungsbild: Ältere Assamiten entstammen oft Kulturkreisen des Nahen Ostens und Nordafrikas, doch immer mehr junge Assamiten gehören anderen Bevölkerungsgruppen an. In einer traditionellen Umgebung bevorzugen die Assamiten Gewänder, die religiösen Bräuchen oder denen ihres Clans entsprechen. In der Öffentlichkeit jedoch tragen die Assamiten das, was auch die Einheimischen tragen, was ihnen erlaubt, ihre Verträge zu erfüllen, ohne dass jemand merkt, dass etwas nicht stimmt. Die Haut eines Assamiten dunkelt mit dem Alter nach (im Gegensatz zu anderen Kainiten, die bleicher werden); sehr alte Assamiten sind fast so schwarz wie Ebenholz.
Zuflucht: Assamiten teilen sich oft mit anderen Angehörigen ihrer örtlichen Zelle eine Zuflucht. Diese Zellen sind Strukturen, die es Assassinen erlauben, die gesamte Domäne aus der Ferne zu beobachten. Diese ist im Allgemeinen gut eingerichtet, aber nicht so üppig, dass man nicht kurzfristig umziehen kann. Einzelne Assamiten neigen auch dazu, viel bescheidenere persönliche Verstecke zu unterhalten, falls sie einmal untertauchen müssen.
Hintergrund: Wer den Kuss des Clans der Assamiten empfängt, gehört meist einer von zwei Gruppierungen an: die „provinziellen“ Clansmitglieder passen in ihr jeweiliges Umfeld und können sich unauffällig unter die Menschen um sie herum mischen. Die prominenteren „Jet-Setter” sind aufgrund ihrer Fähigkeit, mit interpersonellen und intellektuellen Herausforderungen fertig zu werden, nicht auf eine Kultur beschränkt.
Charaktererschaffung: Körperliche Attribute sind oft primär, wobei manche Assamiten gesellschaftliche Attribute bevorzugen, weil diese ihnen helfen, nah an ihre Beute heranzukommen. Sie schätzen Talente und Fertigkeiten, aber auch Kenntnisse können einem klugen Assamiten in einer Notlage weiterhelfen. Nur wenige Assassinen legen großen Wert auf Hintergründe, sie spezialisieren sich vielmehr auf eine Vielzahl von Disziplinen, die ihre Kompetenzen erhöhen.
Die fähigsten Assamiten folgen dem clanseigenen Pfad der Erleuchtung, die anderen haben oft große Mühe, ihre Tugenden und ihre Menschlichkeit aufrechtzuerhalten.
Clandisziplinen: Geschwindigkeit, Quietus, Verdunkelung
Schwächen: Sollte ein Assamit das Blut eines anderen Kainskindes trinken, erleidet er aufgrund des Blutfluchs der Tremere automatisch eine nicht absorbierbare Schadensstufe pro getrunkenem Blutpunkt. Diablerieversuche führen automatisch zu schwer heilbarem Schaden, eine Gesundheitsstufe pro permanentem Willenskraftpunkt, den das Opfer besitzt; der Möchtegern-Diablerist hat nichts davon, wenn er mit dem Unleben davon kommt (auch seine Generation sinkt nicht). Zudem
müssen Assamiten einen Teil des Profits aus ihren Verträgen an ihre Erzeuger oder Vorgesetzten weitergeben (im Allgemeinen etwa zehn Prozent aller Einkünfte).
Organisation: Eine isolierte, hierarchische Organisation bestimmt einen Großteil der Bräuche der Assamiten. An ihrer Spitze steht der Alte vom Berge im Adlernest in Alamut, und der Clan befolgt die Anweisungen, die von ihm ergehen, mit einer Mischung aus Verehrung und Entsetzen. Assamiten organisieren sich in Einheiten, die den Sabbatrudeln ähneln; diese Zellen sind als falaqi bekannt und können oft autonom agieren, doch „Verräter“ an den gemeinsamen Zielen sind selten.
Zitat
Gangrel: Wenn die Klinge tief genug eindringt, vergehen sie genauso schnell wie alle anderen Kainskinder.
Giovanni: Sie schätzen ihre Unabhängigkeit genau wie wir, doch sie vertuhen sie in unheiligen Orgien.
Jünger des Set: Gottesfurcht an sich ist göttlich, aber sicher nicht die Furcht vor ihrem unreinen Gott.
Lasombra: Trotz all ihres Gehabes bezahlen Sie schnell und gut und bedienen sich gern unserer Messer.
Malkavianer: In der Parabel vom Skorpion und dem Frosch spielen sie die Rolle beider zum Untergang verurteilter Kreaturen.
Nosferatu: Abgesehen von ihren verzweifelten Bemühungen, zu eben der Gesellschaft zu gehören, die sie verabscheut, geben sie mächtige Rafik ab.
Ravnos: Zeig dich Ihnen, und sie werden sich auf ihren Platz besinnen.
Toreador: Wir bringen den endgültigen Tod, um Gott zu ehren. Sie tun es aus Rache für eine geistreichere Bemerkung.
Tremere: Sie besitzen die Macht Salomons, sind deshalb aber keinen Deut klüger, und unser wird die Rache sein.
Tzimisce: Sie hegen einen alten Groll gegen uns; lass im Umgang mit ihnen Vorsicht walten.
Ventrue: Geier, die sich am Aas lange verendeten Adels laben.
Caitiff: Jede Kultur braucht ihren Sündenbock.
Camarilla: Der Turm zu Babel, erbaut von Ikarus.
Sabbat: Sie schänden alles, was heilig ist, und tun so, als wäre eben dies ein sakraler Akt.
Anarchen: Der klügste Stamm — denn sie wissen, wann man zugeben muss, etwas nicht zu wissen.