Wenn die Nosferatu abstoßend und die Sendboten des Todes hässlich sind, dann ist das Wort, dass die Samedi beschreibt, noch nicht erfunden. Diese Vampire ähneln am ehesten noch wandelnden, verrottenden Leichen und haben ihren Namen aus der Karibik und der im verbreiteten Sprachgebrauch als Voodoo bekannten Vodun-Religion. Ihrer Legende nach war Baron Samedi ein loa des Todes und der Ahnenverehrung.
Die Vampire, die seinen Namen und sein Gesicht tragen (denn Samedi wird oft als Toter dargestellt, wenn auch nicht so widerlich wie Leichen), legen auch oft sein rüdes, sehr direktes Verhalten an den Tag. Tatsächlich scheint ein Vampir, der auf den Namen „Baron Samedi” hört, der Gründer der Blutlinie oder zumindest ihr ältestes existierendes Mitglied zu sein.
Die Samedi mögen wie eine Nebenlinie der Nosferatu wirken, aber ihre Thanatosis-Kräfte — eine Disziplin, die totes Fleisch zu manipulieren vermag — lassen auf eine Verbindung zu den Giovanni oder ihren untergegangenen Vorfahren, den Kappadozianern, schließen. Doch wenn das der Fall ist, gehen die Samedi und die Giovanni schon sehr lange getrennte Wege, denn beide
sind nicht eben gut auf einander zu sprechen. Den Grund für diese Feindschaft erörtern Angehörige beider Blutlinien nicht in der Öffentlichkeit, aber die Giovanni haben offensichtlich mit Baron Samedi noch ein Hühnchen zu rupfen. Der Baron, der sich noch immer aktiv um die Angelegenheiten der Blutlinie kümmert, weigert sich, über den „Pakt“, den er mit Augustus Giovanni hatte, zu sprechen, aber es muss um etwas Bedeutendes gegangen sein, sonst würde sich die gegenseitige Abneigung nicht so hartnäckig halten.
Samedi spielen in der Gesellschaft der Kainskinder die Rolle der Vollstrecker und Assassinen. Sie tun dies nicht wie die Assamiten aus ideologischen Gründen. Daher arbeiten sie für Kainskinder, die gute Leistungen für gutes Geld haben wollen.
Wenn die Samedi gegen Nosferatu oder Kainskinder aus dem Hause Giovanni zu Felde ziehen sollen, dann kostet das seltsamerweise empfindlich extra, was von einer gewissen Hochachtung oder Angst vor diesen Clans spricht. Wie so viele andere Fakten über ihre Blutlinie kommentieren die Samedi dies nicht.
Spitzname: Leichen
Sekte: Gelegentlich schließen sich Samedi der Camarilla oder dem Sabbat an, doch die meisten verstehen sich als unabhängig.
Erscheinungsbild: Zu behaupten, ein Samedi ähnele einer verrottenden Leiche ist leider in keiner Weise eine Übertreibung. Ihr Fleisch ist weich und neigt dazu, zu nässen, wenn man zu fest darauf drückt. Ihre Ohren und Nasen faulen ab, funktionieren aber noch normal), und winzige Hautschuppen tendieren dazu, abzufallen und nachzuwachsen.Von den Augen und Zähnen zieht sich die Haut zurück, was ihnen das Erscheinungsbild grinsender Totenschädel verleiht, aber an der Schädelplatte haftet noch zu viel Fleisch, als dass sie das ebenfalls schreckliche, aber sauberer wirkende Äußere der Sendboten des Todes erreichen könnten. Manche Samedi sind ledrig und trocken wie ausgepackte Mumien. Diese Leichen stinken, aber ihr Gestank erinnert eher an verfaulte Blumen und alten Moder als an frische Fäulnis.
Zuflucht: Die Samedi suchen sich Zufluchten an Orten, wo eine verfaulende Leiche und ihr Gestank nicht auffallen. Leichenschauhäuser, Bestattungsunternehmen, Friedhöfe und Schlachthöfe sind gelegentlich Wohnorte von Samedi. Manche Angehörige der Blutlinie leben lieber untertage wie die Nosferatu, aber das führt zu Konflikten zwischen den Leichen und den Kanalratten.
Hintergrund: Die Samedi sind eine vergleichsweise junge Blutlinie. Es ist kein Samedi bekannt, der älter als 250 Jahre wäre. Die meisten älteren stammen von den karibischen Inseln oder aus dem Süden der USA. Neugeborene Samedi haben nicht immer denselben Hang zu Voodoo wie ihre Ältesten, waren aber (auf die eine oder andere Weise) oft dem Tode nahe, ehe sie den Kuss empfingen.
Charaktererschaffung: Körperliche Attribute sind zwar eine Priorität der Samedi, die als Vollstrecker und Killer arbeiten, doch viele Samedi neigen zu geistigen Eigenschaften. Samedi haben selten die Hintergründe Herde oder Ressourcen, und ihr einzelgängerisches, reserviertes Wesen bedeutet, dass Mentor und Verbündete ebenso selten sind.
Clandisziplinen: Seelenstärke, Thanatosis, Verdunkelung
Schwäche: Die Samedi sind wie erwähnt unsagbar faulig. Samedi-Charaktere haben stets Erscheinungsbild 0 und scheitern automatisch bei allen Würfen auf Erscheinungsbild.
Organisation: Die Samedi sind zu selten, um organisiert zu sein. Vielleicht laufen sie einander gelegentlich über den Weg und tauschen Geschichten aus, aber diese Treffen folgen weder einem Plan noch einer Zeitleiste, zumindest soweit man das von außerhalb der Blutlinie erkennen kann.
Camarilla: Vorsicht. Diese Witzbolde haben einen guten Grund, uns in Flammen zu stecken, und sie zögern nicht, sich darauf zu berufen.
Sabbat: Sie sind in jedem Fall ehrlicher als die Camarilla. Aber ich rieche schon wie ein totes Arschloch; ich muss nicht wirklich eins sein.
Giovanni: Nur weil du älter bist als ich, brauchst du nicht glauben, ich interessiere mich einen Scheiß dafür, was du denkst, Spaghettifresser.
Camarilla: Wir sind uns doch alle einig, dass unser Fortbestand davon abhängt, dass die Sterblichen nichts von uns wissen, oder? Wie wäre es dann, wenn wir diesen wandelnden, sprechenden Maskeradebruch los würden?
Sabbat: Sie folgen dem Baron, ich tanze lieber mit Erzulie. Aber es ist schön zu wissen, dass die Familie noch miteinander spricht.
Giovanni: Sie können sich also Scheiße in den toten Magen stopfen. Das ist nicht Nekromantie. Das ist eher Biologie.