Der Pfad der Metamorphose

Spitzname: Metamorphen

Tugenden: Überzeugung und Instinkt

Haltung: Unmenschlichkeit. Metamorphen arbeiten immerfort daran, sich vom Menschsein wegzuentwickeln.Haltungsmodifikatoren gelten für Einschüchterungs- sowie Manipulationswürfe, die leichter werden, wenn das Ziel Angst hat.

Grundlegende Überzeugungen: Die Welt besteht aus evolutionären Ketten. Tiere stehen unter den Menschen, die stehen unter den Kainskindern. Die an Metaphysik und arkaner Erkenntnis interessierten Mitglieder des Clans Tzimisce folgen diesem Pfad, der sich darauf konzentriert, einen Zustand zu definieren und zu erreichen, in dem man nicht mehr dem Fluchdes Vampirismus unterliegt. Indem sie ihren Gebrauch der transformativen Kräfte der Disziplin Fleischformen als Beweis anführen, behaupten die Tzimisce, das Potenzial zu besitzen, über die Grenzen des Fleisches hinauszuwachsen. Wenn man den Metamorphen unter den Unholden lauscht, erkennt man aber bald die Monstrosität, die hinter ihrer Philosophie steht. Sie glauben, der nächste Schritt sei ein mit der Apotheose vergleichbarer Zustand, und sie werden alles – alles –tun, um ihn zu erreichen.

In ihrem Studium der Ideale dieses Pfades gehen die Tzimisce wie gewöhnlich sehr gründlich vor. Indem sie ihre Experimente an lebenden, toten und untoten Versuchsobjekten (sowie anderen Raritäten, auf die sie gestoßen sind, etwa Werwölfen oder dem einen oder anderen verirrten Geist) exerzierten, haben die Unholde komplexe Theorien darüber aufgestellt, was genau der nächste Schritt in der vampirischen Entwicklung ist. Die einzelgängerischen, argwöhnischen Tzimisce tauschen sich aber nur selten über ihre Forschungsergebnisse aus,
und der Pfad leidet darunter, dass jeder Anhänger einen Großteil seines Unlebens damit zubringt, Grundkenntnisse zu erwerben, die sich andere Kainskinder schon vor langer Zeit aneigneten.

Inhaltsverzeichnis

Die Ethik des Pfades

  • Studiere die Eigenarten aller Formen des Lebens und des Todes.
  • Man sollte sich nicht allzu viel mit den Sterblichenbefassen – sie stehen eine Stufe unter den Kainskindern, nicht über ihnen.
  • Teile dein Wissen nicht mit anderen, da es zu wertvoll ist, um es einem Wesen anzuvertrauen, das genauso fehlerhaft ist wie man selbst.
  • Gib dich dem Tier hin und verleugne es; ein wahres Verständnis des Unlebens setzt einen großen Erfahrungsreichtum voraus.
  • Man sollte seinen Körper verändern und verbessern – das Formen des Fleisches ebnet den Weg für das Formen der Seele.
  • Schere dich nicht um die Träume und Bedürfnisse anderer, da ihr Mangel an Einsicht selbst den schärfsten Intellekt ablenken kann.

Geschichte

Die Tzimisce wandeln auf ihre einzelgängerische Art buchstäblich seit Jahrtausenden auf diesem Pfad. Sie waren schon immer Kreaturen mit einem unermesslichen mystischen Potential; die Anhänger dieses Pfades versuchen dieses Potential auszuschöpfen. Die Metamorphen kümmern sich nur wenig um die Welt um sie herum, und viele Kainskinder sehen dies als Zeichen für den unabwendbaren Niedergang des Clans.

Gegenwärtige Praktiken

Die meisten Metamorphen sind zwar Mitglieder des Sabbats, legen der Sekte gegenüber aber höchstens Lippenbekenntnisse ab, da sie so sehr mit geheimeren Zielen beschäftigt sind. In Wahrheit ist dieser Pfad lange vor jeder Sekte entstanden, und Kainskinder, die auf ihm wandeln, verschreiben sich Glaubensvorstellungen und Idealen, die viel älter sind als die bedeutungslosen Ideen
der Politik der Kainskinder.

Beschreibung der Anhänger

Anhänger des Pfades der Metamorphose gehören wahrhaftig zu den fremdartigsten Kreaturen, denen ein Kainskind begegnen könnte. Metamorphen sind empfindungslos, vollkommen unmenschlich und wissenschaftlich exakt. Ihre Belange sind eher metaphysisch denn auf einer Form von Ethik begründet, und es ist genau diese Geisteshaltung, die viele glauben lässt, dass
sie ihre Verwandlung in eine neue Form bereits begonnen haben. Manche gehen noch einen Schritt weiter:

Sie verändern ihr Fleisch auf mannigfaltige Weise, sodass sie nicht länger einem Geschlecht zuzuordnen sind und man sie nicht einmal mehr als entfernt menschlich bezeichnen kann.

Dem Pfad folgen

Metamorphen führen alle möglichen absonderlichen Experimente durch, von denen die meisten fernab aller neugierigen Beobachter stattfinden. Dieser Pfad ist eine weltfremde, einsame Philosophie, die kein anderes Bedürfnis mehr achtet, als das der Nahrungsaufnahme. Von den Anhängern wird erwartet, dass sie sich um ihre Umwelt nicht kümmern, sondern nur zur Befriedigung ihrer persönlichen Interessen existieren.

Verbreitete Fähigkeiten: Dieser Pfad befasst sich fast ausschließlich mit Kenntnissen, insbesondere Okkultismus, Medizin und Naturwissenschaften. Viele Metamorphen beschäftigen sich auch mit spezielleren Kenntnissen wie Philosophie und Theologie, in der Hoffnung, Geheimnisse aufzudecken, die breiter gefasste Studienfelder nicht erforschen.

Bevorzugte Disziplinen: Die Metamorphen der Tzimisce widmen ihre Aufmerksamkeit mehrheitlich ihren einzigartigen Kräften des Fleischformens. Auch Thaumaturgie und Auspex schätzen sie hoch.

Hierarchie der Sünden des Pfades der Metamorphose

WertMoralische RichtschnurErklärung
10sich nicht nähren, wenn man hungertHunger lenkt ab.
9sich der Genusssucht hingebenHedonismus bringt vom rechten Weg ab.
8einen anderen drängen, sein Wissen preiszugeben.Die Lektionen der Metamorphose sind Geheimnisse, die man aufdecken und nicht kopieren sollten.
7sein Wissen teilenMan muss Wissen in Erfahrung bringen und nicht
anderen dartun.
6nicht töten, obwohl man dadurch Erkenntnis gewinnen könnteErfolg oder Tod.
5nicht auf der Welle einer Raserei reitenDer Metamorph muss das Phänomen des Todes erst begreifen lernen, ehe er es übergeht.
4sich der Bedürfnisse anderer annehmenEin Kainskind muss das Tier kennen, um über seine Einflussnahme hinauszuwachsen.
3ein Experiment nicht durchführen, selbst wenn man sich damit in Gefahr bringen würdeDie, die nicht dazu angehalten werden können, sich der Metamorphose zuzuwenden, verdienen keine Beachtung.
2den eigenen Körper nicht verändernVor einer größeren Verwandlung muss man zunächst körperliche Veränderungen vornehmen.
1Mitleid für andere zeigenDie Schicksale anderer ziehen einen Metamorphen in die Entartung zurück, statt ihm zur Transzendenz zu verhelfen.