Salubri

Salubri_SymbolDie Salubri waren einst ein richtiger Clan. Ihr Clansgründer, Saulot, soll ein unübertrefflicher Krieger, aber auch ein überaus gerechter Richter gewesen sein. Es heißt auch, mit der Zeit hätten ihn die Angelegenheiten der Kainskinder immer mehr angewidert, und er sei der unaufhörlichen, blutigen Wiederholung von Gewalt und Verrat müde geworden. Er verließ seine Heimat und ging
weit gen Osten. Er kehrte verändert zurück. Er war ruhig und nachdenklich, aber auch ein wenig fatalistisch.

Die größte Überraschung jedoch war, dass auf seiner Stirn nun ein drittes Auge prangte. Saulot schenkte neuen Kindern den Kuss, und sein Clan spaltete sich langsam in zwei unterschiedliche Linien – die „Krieger-“ und die „Heilersalubri“. Jahrhundertelang dienten sie anderen Kainskindern und in geringerem Maße auch Sterblichen als Berater, Leibwächter und Weise.

Dann diablerierte Tremere Saulot.

Die Magi der neu geschaffenen Blutlinie der Tremere fanden Saulot in Starre liegen und tranken sein Blut und seine Seele.

Sie eigneten sich die Macht eines der Clans Kains an und läuteten damit einen Niedergang ein, von dem sich die Salubri nie wieder wirklich erholen sollten. In den heutigen Nächten geht das Gerücht, es gäbe immer nur noch sieben Angehörige der einst so angesehenen Blutlinie auf einmal.

Doch Gerüchte halten sich hartnäckig. Moderne Kainskinder kennen die Salubri als Diableristen, die ihre eigenen Erzeuger verschlingen (und zwar ganz offen – Vatermord ist zwar auch bei den anderen Clans alles andere als unbekannt, aber die geben ihn nicht zu) und anderen Kainskindern die Seele rauben. Die Seelensauger sind angeblich ein Clan von Schändern und Lügnern
aus einem vergangenen Zeitalter, der möglicherweise Dämonen anbetet und unbestreitbar dem Sabbat angehört (s. Salubri antitribu, S. 431). Dann allerdings stellt sich die Frage, wie es kommt, dass die Salubri mit schöner Regelmäßigkeit Golconda erreichen.

Man fragt sich, wie eine Blutlinie mit so wenigen Mitgliedern überhaupt bestehen bleiben kann. Die letzte Frage aber lautet: Selbst wenn man beides einmal als gegeben hinnehmen möchte, warum sollten die Salubri Diablerie begehen? Warum müssen ihre Kinder die Seelen ihrer Erzeuger verzehren, wenn nicht aufgrund irgendeines Defekts in der Blutlinie?

Spitzname: Zyklopen oder weniger freundlich Seelensauger

Sekte: Die Salubri sind unabhängig, geben sich aber manchmal als Angehörige anderer Clans aus und schleusen sich so in die Camarilla ein. Die Salubri versuchen jedoch im Grunde nur, lange genug zu überdauern, um Golconda zu erreichen und ihr Blut weiterzugeben. Sektenpolitik bedeutet ihnen nichts.

Erscheinungsbild: Mitten auf der Stirn jedes Salubriprangt ein drittes Auge. Ansonsten sind die Salubri zu wenige, als dass man hinsichtlich ihres Erscheinungsbilds verallgemeinernde Aussagen  treffen könnte. In den heutigen Nächten findet man in ihren Reihen Kinder, Greise und Erwachsene aller Ethnien.

Zuflucht: Salubri sind in den meisten Städten nicht willkommen, und das bedeutet, ihre Zufluchten liegen abgelegen. Sie verfügen üblicherweise auch über mehrere Fluchtwege und enthalten an Besitztümern nur, was der Charakter in einem Rucksack mit sich herumtragen kann. Die Notwendigkeit eines schnellen Aufbruchs ist den Angehörigen dieser Blutlinie nicht unbekannt, weswegen
Salubri nicht allzu sehr an ihren Zufluchten hängen.

Hintergrund: Die Salubri schenken Menschen den Kuss, von denen sie das Gefühl haben, sie könnten Golconda finden. Heiler, Lehrer, Empathen und andere Personen mit hoher Menschlichkeit sind eine kluge Wahl, doch gelegentlich schenken Salubri in der Hoffnung, sie erlöst zu sehen (oder sie zumindest auf den rechten Weg bringen zu können) auch bösen Menschen den Kuss.
Charaktererschaffung: Gesellschaftliche oder geistige Attribute sind oft primär, genau wie Kenntnisse. Die meisten Salubri haben auch einen recht hohen Empathiewert. Alle Salubri müssen 5 Punkte Generation nehmen (um ihre Diablerie an ihren Erzeugern abzubilden), und die meisten haben auch mindestens einen Punkt Herde.

Clandisziplinen: Auspex, Obeah, Seelenstärke

Schwäche: Salubri haben Schwierigkeiten, von Gefäßen zu trinken, die ihr Blut nicht freiwillig geben. Wenn ein Zyklop das versucht, verliert er 1 Punkt Willenskraft. Organisation: Die Salubri als Blutlinie sind unorganisiert. Wenn sich Salubri treffen, dann meist auf Geheiß ihrer Erzeuger – der letzte Wunsch eines Zyklopen an sein Kind könnte sein, ein anderes Mitglied der Blutlinie aufzusuchen und eine Botschaft zu überbringen oder es zu grüßen.

Ich sage das so, wie ich es meine — keine Last, die ich je trug, wog schwerer als das, was dieses neue Auge gesehen hat.Zitat
Stereotype

Camarilla: Man kann einen Mann danach beurteilen, mit welcher Gesellschaft er sich umgibt.
Sabbat: Fische müssen schwimmen, Vögel müssen fliegen, Krieger müssen Krieg führen.
Tremere: Der Feind. Für sie gibt es keine Vergebung.

Außenansichten

Camarilla: Ja, ja. Das habe ich auch gehört. Denk mal über die Quelle nach.
Sabbat: Wann immer ihr Jungs euch ein Herz fassen wollt, haben wir Platz für euch.
Giovanni: He, Tremere. Du tust mir echt leid.