Der Pfad der Katharer

Inhaltsverzeichnis

Spitzname: Albigenser

Tugenden: Überzeugung und Instinkt

Haltung: Versuchung. Katharer sind die personifizierte Verführung und haben ein verblüffendes Talent, die Sehnsüchte anderer zu erkennen. Der Haltungsmodifikator betrifft Würfe, um andere zu verlocken und zu verführen.

Grundlegende Überzeugungen: Der Pfad der Katharer entsprang der gleichnamigen mittelalterlichen Sekte. Die Doktrin der Katharer, eine dualistische Philosophie, besagt, die Welt sei zu gleichen Teilen die Schöpfung eines guten („hellen“), für Tugend und Geist verantwortlichen, und eines bösen („finsteren“) Schöpfers. Die ursprünglichen Katharer glaubten, die Seele sei die Wurzel alles Reinen im Menschen, der stoffliche Leib hingegen nur eine Hülle in der verderbten, stofflichen Welt. Katharer führten die edlen Aspekte des Geistes – Mitleid, Opferbereitschaft, Ehrlichkeit und dergleichen – als Beweis dafür an, dass das einzig Gute im Ephemeren liege. Die stoffliche Welt mit ihrem Leid und Elend hatte augenscheinlich Fehler und war unvollkommen. Nach enormen Verfolgungen verschwand diese dualistische Doktrin aus der Welt der Sterblichen, zermalmt von päpstlichen Verketzerungen. Mit den Jahren machten sich aber die Vampire,
die bereits zuvor zu dieser Philosophie geneigt hatten, deren Überzeugungen zu eigen.

Den Vampiren zufolge, die diesem Pfad anhängen, sind die Untoten Diener des bösen Schöpfers, die ewige Existenz erhielten, um andere in die Fallstricke der stofflichen Welt zu locken. Anhänger des Pfades glauben, sie erfüllten als Geschöpfe, die durch vampirische Unsterblichkeit an die stoffliche Welt gekettet sind, ihren Zweck. Weil Vampiren die spirituellen Reiche des Todes versagt bleiben, so die Albigenser, müssen sie sich den Sünden der Stofflichkeit hingeben. Deshalb wollen sie das Böse und die Ausschweifung verbreiten, weil sie die Ungerechtigkeit als Naturzustand sehen.

Die Albigenser haben allerdings einen Kodex der Sünden entwickelt, denen es sich hinzugeben gilt. Sie gehen nicht den Weg der impulsiven Unmoral. Diese Vampire bedienen sich bei den Glaubensüberzeugungen der ursprünglichen katharischen Priester und pervertieren sie, suchen vorsätzlich nach Mitteln, das Böse zu verbreiten. Sie stürzen sich voll Eifer in die Todsünden Gier,
Wollust und Stolz. Katharer streben nach finanziellem Wohlstand und Komfort und ermutigen andere, es ihnen gleichzutun. Ein Vampir kann seinen Daseinszweck nur erfüllen, wenn er sich den seiner Existenz und der Welt innewohnenden Schwächen ergibt und seine Pflichten als Katalysator für die Sünden anderer erfüllt. Anhänger des Pfades der Katharer finden somit ironischerweise im Laster spirituelle Tiefe.

Die Ethik des Pfades

  • Sündige wacker. Reichtum, Sinnlichkeit und weltliche Macht sind Markenzeichen der stofflichen Welt.
  • Führe andere in Versuchung. Es ist deine Aufgabe, die Gottlosigkeit der Welt zu fördern.
  • Gewähre den Schwärmerischen Kains Fluch. Der Untod ist ein unseliger Fluch, doch wer voller Überzeugung ist, wird ihn zu nutzen wissen.
  • Die stoffliche Welt ist korrupt. Erwarte Verrat und Bösartigkeit, weil sie fast jeden korrumpiert.
  • Deine Rolle als Geschöpf des Bösen steht fest. Akzeptiere sie und erfülle deinen Zweck.
  • Der Tod führt einfach nur zur Wiedergeburt. Sterbliche kehren wieder, wenn man sie tötet. Doch du solltest den endgültigen Tod vermeiden, denn wenn du stirbst, wirst du als Sterblicher wiedergeboren.

Geschichte

Der Pfad der Katharer entstand nach dem Albigenser-Kreuzzug im 13. Jahrhundert. Der manichäistische Glaube an den Dualismus beeinflusste einige Mitglieder der Kirche und führte zu einem dreißigjährigen Krieg, der, wie viele glauben, die Inquisition in den Reihen der Sterblichen gebar. Nachdem die albigensischen Vampire nach dem Kreuzzug wieder aufgetaucht waren, entwickelten sie aus den logischen Konsequenzen ihrer Weltanschauung diese Moralvorstellungen. Sie betrachteten Vampire als an die Welt der Sterblichen gekettete Geschöpfe und damit als Katalysatoren des Bösen, während der Geist der Menschen ausschließlich das Potential zum Guten besaß. Bald nahmen es viele Vampire auf sich, ihre „Pflicht“ als Verderber der Welt der Sterblichen zu tun. In den folgenden Jahren veränderte sich der Pfad und umfasste bald auch breiter gefächerte Weltanschauungen und weniger formelle religiöse Untertöne. Der
Pfad erwies sich auch weiterhin als flexibel. Er beharrte aber auf seiner Grundüberzeugung, Vampire seien Katalysatoren der Sünde in der materiellen Welt. Ziemlich viele Vampire finden ihren Daseinszweck noch immer im Geschäft mit der Lust und der Verdammnis.

Gegenwärtige Praktiken Die Albigenser führen andere in Versuchung und beeinträchtigen die Reinheit des Geistes. Neugeborene und Ahnen finden sich gleichermaßen unter den Albigensern.
Viele Anhänger dieses Pfades sehen die schnelllebige, zerfallende moderne Welt als Zeichen des Erfolgs der Kräfte des bösen Schöpfers und suchen sich immer schwierigere Ziele zum Bekehren aus, unter Sterblichen wie unter Vampiren.

Beschreibung der Anhänger

Albigenser sind hedonistisch und leidenschaftlich, glauben aber, einen Zweck zu erfüllen. Die Anhänger dieses Pfades sind nicht faul; sie tun ihre Pflicht vielmehr mit fanatischer Hingabe. Jeder Albigenser sieht es als seine Pflicht, die Sünden der stofflichen Welt zu verkörpern und den daraus resultierenden Komfort und das Vergnügen mit anderen zu teilen. Die Katharer ermutigen andere, ihr monströses Wesen auszuloten und diesen Hedonismus unter den Sterblichen zu verbreiten. Dem Pfad folgen Katharer sind normalerweise recht leidenschaftlich und lieben Vulgarität und Vergnügen. Sie sehen die Welt der Sterblichen als gigantischen Spielplatz, auf dem sie ihre niederen Gelüste befriedigen und andere ermutigen können, es ihnen gleichzutun. Die Anhänger dieses Pfades sehen sich als Diener der Unmoral, sind oft sehr gesellig, freunden sich mit anderen an und benutzen sie für ihre eigenen Ziele.

Verbreitete Fähigkeiten: Anhänger des Pfades der Katharer geben sich ohne zu zögern dem Laster und dem Materialismus hin und versuchen, diesen Exzess auch zu propagieren. Dazu dienen vor allem gesellschaftliche Fähigkeiten wie Ausflüchte oder Szenekenntnis. Manche Albigenser nutzen auch Finanzen und Bürokratie, um Geld zu verdienen und so ihr Unleben bequemer zu
gestalten. Einige der lerneifrigeren Anhänger des Pfades stürzen sich auf okkultes und akademisches Wissen, um die Wurzeln ihres Pfades zu ergründen.

Bevorzugte Disziplinen: Albigenser bevorzugen Disziplinen, die ihnen erlauben, ihren bösen Zweck zu erfüllen. Beherrschung und Präsenz sind dabei besonders beliebt, denn mit ihnen kann man Sterbliche zur Kooperation zwingen. Auch Tierhaftigkeit steht hoch im Kurs, weil man Verweise auf sie in der heiligen Schrift findet, der die Anhänger des Pfades einige ihrer Glaubensüberzeugungen entnehmen.

Hierarchie der Sünde des Pfades der Katharer

WertMoralische RichtschnurErklärung
10Zurückhaltung übenDein Daseinszweck ist Ausschweifung, nicht Mäßigung.
9Vertrauen zeigenBenutze andere, bevor sie dich benutzen.
8den Fluch nicht an leidenschaftliche Sünder oder die Tugendhaften weitergebenLasterhafte Menschen können dem Bösen besser als Vampire dienen; die Tugendhaften kann der Fluch brechen.
7sich einer Raserei nicht ganz hingebenMan muss dem Tier genauso nachgeben wie dem Über-Ich.
6vorgehen gegen einen anderen AlbigenserGeistesverwandte sollten ihren Zweck erfüllen, nicht miteinander streiten.
5Mord aus LeidenschaftMord ist sinnlos; Tote können ihre Seele nicht mehr beflecken.
4jemand anderem zuliebe auf Genuss verzichtenFördere die Freuden des Fleisches, nicht selbstlose Errungenschaften.
3dem Genuss entsagenDie materielle Welt ist ein Ort der Freuden des Fleisches.
2vorsätzlicher MordWer einen Sterblichen ermordet, enthebt ihn der Pflicht, für
seine eigene Verdammnis zu sorgen.
1andere ermutigen, dem Genuss entsagenVampire sind Geschöpfe des Bösen; der Vampir soll korrumpieren, nicht retten.