Inhaltsverzeichnis
Spitzname: Derwische
Tugenden: Überzeugung und Selbstbeherrschung
Haltung: Unbeugsamkeit. Anhänger des Pfades des Blutes kennen die Bedeutung ihrer Aufgabe und haben sich ihr vollkommen verschrieben. Ihr Haltungsmodifikator beeinflusst Willenskraftwürfe.
Grundlegende Überzeugungen: Diesen Pfad praktizieren nahezu ausschließlich die Assamiten, der Diablerie anhängende Meuchelmörder, wobei nur Vampire, die dem Clan ihre wahre Treue bezeugt haben, die strengen Regeln dieses Kodex erlernen. Das Grundprinzip dieses Pfades besteht darin, dass die Kinder Kains (oder Khayyins, wie ihn die Assamiten nennen) sündhafte
Fehler sind, die im Grunde nur dazu dienen können, die Brut Haqims (der Name der Assamiten für ihren Clansgründer) näher an „den Einen“ zu bringen, einen Zustand mystischer Transzendenz. Haqim trägt seinen Kindern auf, sie sollen Khayyins andere Kinder retten oder erschlagen, um ihr Blut zu trinken, all dies in einem Versuch, den Makel von der Welt zu nehmen, den die anderen Vampire ihr gebracht haben.
Assamiten auf diesem Pfad haben zwei Grundsätze. In erster Linie strebt der Clan danach, andere Kainskinder von ihrer fehlerhaften, verfluchten Natur zu überzeugen und sie somit in den Dienst der Vampire zu führen, die dem Pfad des Blutes folgen. Kainskinder sind ein Schandmal für die Welt, und nur durch das Festhalten an Haqims rechtschaffenen Lehren können sie diese Schuld tilgen. Sollten sich Vampire diesen Bekehrungsversuchen widersetzen, vernichten die Assamiten sie durch Diablerie. Dann verwenden sie das Blut der Opfer, um ihre Generation zu senken und somit wieder Gnade vor Haqims Augen zu finden. Da sie nicht in der Lage sind, das Blut anderer Vampire zu trinken, sammeln sie es als Bezahlung ein, um damit den Richtlinien Haqims bis zu der Nacht Folge zu leisten, in der sie den Fluch brechen können. Obgleich sie keine psychotischen Killer sind, räumen die Assamiten auf dem Pfad des Blutes der Existenz anderer Kainskinder keinen besonders großen Wert ein, und sie müssen schon einen guten Grund haben, die meisten Vampire, denen sie begegnen, nicht sofort zu erschlagen. Vampire auf diesem
Pfad stellen eine Bedrohung für alle anderen Kainskinder in ihrer Umgebung dar und verbünden sich nur selten mit Nicht-Assamiten. Blut bleibt aber Blut, und die Assamiten sind nicht so dumm, den Wert des riesengroßen Netzes der Kainskinder-Gesellschaft nicht zu erkennen.
Nur wenige junge Assamiten folgen diesem Pfad oder wissen von ihm – die Assamiten setzen alles daran, ihre Glaubensinhalte vor den meisten anderen Kainskindern geheimzuhalten. Vor Jahrhunderten haben die blutrünstigen Lehren der Assamiten alle anderen Kainskinder gegen sie aufgebracht, und sie scheuen davor zurück, sich noch einmal dem konzertierten Widerstreit der Bastarde Khayyins zu stellen. Weil dem so ist, weiht man nur die aussichtsreichsten und fähigsten Assamiten in die Lehren dieses Pfades ein.
Die Ethik des Pfades
- Folge treu den Lehren Haqims.
- Sterbliche sind der Aufmerksamkeit der Vampire nicht würdig. Trink nur von ihnen, wenn du musst.
- Verpasse keine Gelegenheit, Blut von Kainskinder einer jeden Generation zu erlangen. Die Macht des Blutes wird den Sieg des Clans sichern.
- Widersetze dich dem Zorn des Tiers – Unbeherrschtheit kostet Kraft.
- Suche nach Wissen, das dem Clan bei seinem Kampf gegen Kains verfluchte Brut dienlich sein könnte.
- Verbreite das Lob Haqims unter den anderen Kainskindern. Lehnen sie ab, verwende sie, um dich auf deinem Weg zurück in Khayyins Gunst voranzubringen.
Geschichte
Jahrhundertelang praktizierten die Assamiten vor der Gründung der Camarilla und des Sabbat eine frühe Abart dieses Pfades. Ihr Blutdurst führte zu offenen Konflikten mit mächtigen Ahnen, die verzweifelt versuchten, die plündernden Diableristen auszurotten. Die Assamiten befanden sich in der gleichen Situation wie die Anarchen zu Zeiten der Anarchenrevolte, und die Camarilla
belegte den Clan mit einem Fluch, der es den Assamiten unmöglich machte, die Vitæ von Kainskinder zu trinken. Jahrhundertelang folgte der Clan einer nichtswürdigen Version des Pfades, die durch die Unfähigkeit seiner Anhänger, Diablerie zu begehen, beschnitten war.
Gegenwärtige Praktiken
Die letale Natur dieses Pfades in Hinblick auf andere Kainskinder ist der Grund für einen Großteil der Furcht und des Misstrauens, mit denen man Assamiten begegnet. Der Pfad des Blutes, den hauptsächlich erfahrene Ancillæ und Ahnen des Clans praktizieren, bringt diese Wesen direkt mit den anderen Vampiren in Konflikt, die nicht dem Clan der Assamiten angehören. Kainskinder
auf dem Pfad des Blutes versuchen anstandshalber, andere Kainskinder von ihrem „einen, wahren Weg“ zu überzeugen, sodass auch einige wenige Vampire aus anderen Clans diesem Pfad folgen.
Anhänger, die nur wenig verstehen, streben einfach danach, den Lehren Haqims nachzukommen, ohne sie in Frage zu stellen. Die weiseren Anhänger aber versuchen zu erforschen, was man genau tun muss, um „eins zu werden“. Indem sie das verfluchte Blut der Vorsintflutlichen und ihrer Brut in sich aufnehmen, hoffen die Anhänger des Pfades, den Fluch Khayyins auf diejenigen
zu bündeln, in deren Händen er verantwortungsbewusst Verwendung finden kann (nämlich dem Clan der Assamiten). Laut der Doktrin des Pfades kann so die große Endschlacht, Gehenna, abgewendet werden. Daher meditieren die Alten der Assamiten oft lange und führen strengste Rituale zur Säuberung von Geist und Körper durch. Gerüchte über einen mit Golconda vergleichbaren Zustand, den diese Kreaturen erreicht haben sollen, sind nun auch in die größere Gemeinschaft der Kainskinder durchgesickert.
Beschreibung der Anhänger
Untersuchungen, Bekehrungsversuche, Diablerie und ausgewählte Angriffe auf die Welt der anderen Kainskinder füllen die Nächte der Vampire auf diesem Pfad. Die in ihrem Streben fanatischen Assassinen bringen all jenen den endgültigen Tod, die zwischen ihnen und ihrem Ziel stehen, ihr Bluthonorar einzutreiben oder Teile davon nach Alamut zu schicken. Meist versuchen die
Assamiten allerdings, Vampire mit einer hohen Generation zu bekehren, da sie weiter von ihren Stammvätern, und somit der Quelle allen Übels, entfernt sind.
Dem Pfad folgen
Dieser Pfad propagiert einen freizügigen Umgang mit der Vernichtung anderer Kainskinder und die Aneignung von Blut. Kainskinder, die auf dem Pfad des Blutes weit vorangeschritten sind, streben auch danach, Wissen und Erkenntnisse zu sammeln, die sie von dem lähmenden Fluch des Tremere-Rituals befreit. Vampire, die dem Pfad des Blutes folgen sind keine seelenlosen Monstren, die sich an der Vitæ der Kainskinder berauschen, sondern vielmehr die Möchtegern-Retter der ganzen Welt. Alle Kainskinder auf dem Pfad des Blutes streben nach „Einheit“ mit dem legendären Haqim, obgleich nur wenige, die dieses hehre Ziel erreicht haben, sich dazu herablassen, seine Natur zu erklären. Die meisten Derwische glauben, diese Einheit ähnele Golconda oder einem anderen Zustand, in dem Vampire ihren Fluch abschütteln und sich an ihrer Existenz als Kainiten erfreuen können.
Verbreitete Fähigkeiten: Okkulte Fähigkeiten und solche, die mit körperlichen Auseinandersetzungen in Verbindung stehen, helfen den Anhängern bei ihrem Streben nach den Prinzipien dieses Pfades. Handgemenge, Nahkampf, Ausweichen, Einschüchtern und Okkultismus gehören zu den Fähigkeiten, die Derwische am meisten schätzen.
Bevorzugte Disziplinen: Dieser Pfad bietet sich für eine Vervollkommnung der Disziplinen Quietus, Verdunkelung und Geschwindigkeit an. Manche Anhänger pflegen auch ihr Wissen über Thaumaturgie, um sich bei ihren Questen nach Blut zu helfen.
Wenn Sie einen Assamiten spielen, der nicht unter den Auswirkungen des Tremere-Rituals leidet (und damit die Schwäche aus dem Textkasten auf S. 428 hat), verlangt der Pfad des Blutes, dass der Derwisch Kainskinder diablerieren muss, wenn er Gelegenheit dazu hat, statt seine Bluthonorare mit dem Clan zu teilen. Insofern lautet für Sie der Eintrag bei 4 in der Hierarchie der Sünden: „es versäumen, minderes Blut zu trinken“ und der bei 2 „seine Generation bei einer sich bietenden Gelegenheit nicht senken.”
Hierarchie der Sünden des Pfades des Blutes
| Wert | Moralische Richtschnur | Erklärung |
|---|---|---|
| 10 | einen Menschen töten, um sich zu nähren | Menschliches Blut ernährt den Körper, aber der Mord an niederen Wesen ist Gift für die Seele. |
| 9 | ein Ehrenwort gegenüber einem Clansbruder brechen | Solidarität ist für die heilige Aufgabe der Assamiten unentbehrlich. |
| 8 | einem Nicht-Assamiten die Möglichkeit verwehren, bekehrt zu werden | Die Kinder Khayyins sind verflucht, und wir müssen sie retten. |
| 7 | ein Kainskind von außerhalb des Clans nicht töten, wenn es sich nicht bekehren lässt | Die, die Haqims Lehren nicht annehmen, haben ihr Unleben verwirkt. |
| 6 | in Raserei verfallen | Haqim lehrt Erleuchtung, keine Genusssucht. |
| 5 | Wissen über Khayyin nicht nachspüren | Um sich seinen Feinden erfolgreich stellen zu können, muss man alles über sie lernen. |
| 4 | es versäumen, Blut als Bezahlung zu verlangen | Andere Clansmitglieder könnten solche Vitæ gut brauchen, ganz gleich wie dünn sie auch sein mag. |
| 3 | einem weiter fortgeschrittenen Anhänger des Pfades die Hilfe verweigern | Wer egoistisch handelt, verfängt sich in den Fesseln der Brut Khayyins. |
| 2 | den Blutzoll nicht entrichten | Haqim sagt, dies sei der Schwerpunkt des Strebens seiner Kinder. |
| 1 | einem anderen Assamiten zuwiderhandeln | Dies wäre Untreue gegenüber Pfad und Clan. |