Thaumaturgie

Thaumaturgie beschäftigt sich mit Blutmagie und anderen den Kainskindern zur Verfügung stehenden Hexenkünsten. Am häufigsten findet man sie bei Tremere (die sie auch eifersüchtig hüten). Die Tremere schufen diese vielseitige Disziplin als Kombination aus der Zauberei der Sterblichen und der Macht der vampirischen Vitæ. Es gibt zwar Gerüchte über die Existenz von Tremere antitribu im Sabbat, und auch andere Clans des Schwerts Kains haben über diese mystische Macht geforscht und Zugang zu ihr gefunden. Doch die Tremere der Camarilla bleiben die Meister dieser Disziplin.

Wie Nekromantie ist die Praxis der Thaumaturgie zweigeteilt – in Rituale und Pfade. Thaumaturgische Pfade sind Anwendungen des Wissens des Vampirs über Blutmagie, die ihm erlauben, durch die Macht von Vampirblut verschiedene Wirkungen zu erzielen. Rituale sind formelhafter und ähneln am ehesten alten magischen „Zaubersprüchen“. Mehrere Pfade stehen dem Studenten der Thaumaturgie offen, die viele Möglichkeiten beinhalten. Diese Vielseitigkeit ist es, die sich für die Tremere als so nützlich erwiesen hat; man weiß nie, was man von einem Anwender dieser Disziplin zu erwarten hat.

Beim Lernen von Thaumaturgie kann der Charakter einen Pfad wählen. Dieser gilt als Primärpfad des Charakters, und er erhält darin automatisch 1 Punkt und ein Ritual der Stufe eins. Danach steigt jedes Mal, wenn der Charakter seinen Thaumaturgiewert erhöht, sein Wert bei diesem Primärpfad auch um 1. Rituale lernt man als Teil der Geschichten separat; Spieler müssen keine Erfahrungspunkte ausgeben, damit ihre Charaktere Rituale bis zu einer Stufe, die ihrem Thaumaturgiewert entspricht, lernen können, müssen aber jemanden finden, der sie ihnen beibringen kann. Pfadwerte sind immer höchstens 5, doch der Gesamtwert in Thaumaturgie kann höher sein. Wenn ein Charakter bei seinem Primärpfad Stufe 5 erreicht und dann seinen Thaumaturgiewert
weiter steigert, kann er seinen „kostenlosen“ Pfadpunkt auf einen anderen Pfad vergeben. (Erfahrungspunktekosten sind auf S. 124 abgehandelt).

Viele Vampire fürchten Anwender der Disziplin Thaumaturgie. Es ist eine sehr mächtige und vielseitige Disziplin, und durch ihre Magie kann sich ein Kainskind beinahe jeden Wunsch erfüllen.

Thaumaturgische Pfade

Pfade definieren die Magieformen, die ein Vampir beherrscht. Den ersten Pfad, den ein Charakter lernt, bringt ihm im Allgemeinen sein Erzeuger bei, doch kann ein Charakter von vielen verschiedenen Mentoren lernen. Den ersten gelernten Pfad bezeichnet man wie schon erwähnt als Primärpfad des Charakters. Er steigt automatisch, wenn der Charakter in der Disziplin selbst besser wird. Zusätzlich gelernte Pfade nennt man Sekundärpfade. Ein Vampir kann sich erst entschließen, Sekundärpfade zu lernen, wenn er in seinem primären mindestens 2 Punkte erreicht hat. Darüber hinaus muss sein Primärpfad stets mindestens 1 Stufe höher sein als all seine sekundären, zumindest bis er den primären gemeistert hat. Erst wenn er 5 Punkte in seinem primären hat, kann der Vampir einen zweiten auf dieselbe Stufe steigern. Jedes Mal, wenn der Charakter eine der Kräfte eines thaumaturgischen Pfades einsetzt, muss sein Spieler 1 Blutpunkt einsetzen und einen Willenskraftwurf machen (Schwierigkeit: Stufe des Pfades +3). Ein einziger Erfolg reicht, damit ein Pfad wirkt – Pfadstufen, nicht Erfolge bestimmen die Macht der Blutmagie. Ein Fehlschlag beim Würfeln bedeutet, dass die Magie nicht wirkt, ein Patzer hingegen bedeutet, dass 1 Willenskraftpunkt dauerhaft verloren geht. Thaumaturgie ist eine gnadenlose Kunst.