Die Töchter der Kakophonie entstanden als einzelne Blutlinie irgendwann im 19. Jahrhundert. Davor gab es natürlich schon immer Kainskinder, die Musik und Gesang als ihren Weg ansahen, ihre geistige Gesundheit zu erhalten. Gelehrte Kainskinder glauben, die Töchter seien dem Blut der Toreador (dafür spricht ihr leidenschaftliches Kunstverständnis) oder der Malkavianer (in
Anbetracht ihres Hangs zum Auslösen von Wahnsinn) entsprungen, aber ihre übernatürlichen Kräfte weisen mehr in Richtung des Clans Ventrue. Im Grunde aber ist das alles ganz egal, da die „erste“ Tochter der Kakophonie unbekannt ist. Ungeachtet ihres Ursprungs sind alle Sirenen (wie man sie in den Kreisen der Kainskinder nennt) Sänger, und die Blutlinie bestand immer schon in erster Linie aus Frauen.
In der Tat bauen die Töchter der Kakophonie ihr Unleben auf dem Gesang auf.
Sie wandern durch die Ewigkeit, stets Musik in den Ohren, und das lässt sie anderen Kainskindern unkonzentriert oder sprunghaft erscheinen. Dies und ihre Seltenheit sind die Gründe, dass beide größeren Vampirsekten sie nicht als Bedrohung wahrnehmen, sondern eher als Ablenkung. Einzelne Kainskinder jedoch erhalten vielleicht Gelegenheit, eine Sirene zu treffen und sich zu fragen, warum die, die ihren Liedern zu lange zuhören, immer wirken, als habe dieses Erlebnis sie verändert.
Spitzname: Sirenen
Sekte: Sirenen gehören immer der Sekte an, die an ihrem Wohnort an der Macht ist. Wenn man die Töchter fragt, werden sie sich meist entweder als unabhängig oder als Angehörige der Camarilla bezeichnen.
Erscheinungsbild: Eine Sirene könnte eine Straßenmusikerin in Klamotten aus der Altkeidersammlung sein, eine gepiercte und tätowierte Punkrockerin oder eine hochklassige Unterhaltungskünstlerin mit Geld und Prestige. Abgesehen von der Tatsache, dass die Töchter fast immer Frauen sind, ist ihr Erscheinungsbild sehr breit gefächert.
Zuflucht: Die meisten Sirenen haben einen schallgedämpften Raum mit guter Akustik, in dem sie singen können, ohne dass es jemand hört. So gerne die Töchter auch auftreten, wenn die „Show“
vorbei ist, sind sie lieber allein, und deshalb ist das äußere Erscheinungsbild ihrer Zufluchten weniger wichtig, als dass diese geheim bleiben.
Hintergrund: Die meisten Sirenen waren auch vor dem Kuss schon Sängerinnen. Ganz selten schenkt eine Tochter jemandem den Kuss, der nie singen gelernt hat. Jedoch entdecken auch diese Kinder rasch ihre Talente.
Die Töchter sind nicht an einen bestimmten musikalischen Stil gebunden. Jazzsängerin, heimatlose Nu-Metal-Shouterin, Operndiva, verführerische Clubsängerin – jede Sängerin kann Sirene werden.
Charaktererschaffung: Gesellschaftliche Attribute sind zumeist primär. Ausdruck und Auftritt sind fast immer hoch, und viele haben Ruhm. Sirenen, die eine Fangemeinde haben, wenn sie sterben, ernten die Vorzüge dieser Tatsache (Herde). Die weniger Glücklichen haben wenigstens meist noch Kontakte im Showgeschäft.
Clandisziplinen: Melpominee, Präsenz, Seelenstärke
Schwäche: Die Töchter der Kakophonie hören ständig Musik. Das mag eine Form von Synästhesie oder auch eine Halluzination sein. Diese Dauerbeschallung lenkt die Töchter ebenso sehr ab, wie sie sie leitet. Die Schwierigkeiten aller ihrer Wahrnehmungswürfe steigen um 2. Keine Tochter der Kakophonie kann Aufmerksamkeit 4+ haben.
Organisation: Sie sind zu wenige, um wirklich organisiert zu sein, doch manchmal handeln die Sirenen konzertiert. Dann und wann treten überall Sirenen in derselben Nacht auf. Sie singen nicht unbedingt dieselben Lieder, aber alle wachen Sirenen singen genau zur gleichen Zeit.
Camarilla: Möchtet Ihr noch eins hören, Herr?
Sabbat: Nun gut. Aber du hast nichts dagegen, wenn ich ein bisschen summe, oder?
Toreador: Wenn deine Kunst nur wahre Macht hätte, wie meine.
Camarilla: Es entspricht nicht der Politik des Prinzen, Brudermord ungestraft durchgehen zu lassen, nicht einmal bei den weniger wichtigen Clans — würden Sie bitte einen Augenblick aufhören zu singen?
Sabbat: Wenn wir sie nicht auf unsere Weise kriegen können, dann holt sie euch auf eure, Schwestern!
Giovanni: Ich weiß nicht, von was für Liedern wir reden. Aber ich habe den schlimmen Verdacht, dass ich sie auch hören könnte, wenn ich wollte.