Kappadozianer

Cappadocian_SymbolDie Geschichte des Clans der Kappadozianer ist tragisch, illustriert aber gut den parasitären Zyklus des Daseins der Kainskinder. In Vampirkreisen ist nichts für immer, doch es stirbt jedoch auch nichts wirklich.

Die Kappadozianer waren ein Clan, der sich auf Tod und Untod konzentrierte. Ihr Gründer, ein uralter Vampir, der einfach als „Kappadozius“ („der Kappadozier“) bekannt war, versuchte nicht, seinen Clan zu regieren. Er bat ihn nur, weiterhin nach der Wahrheit und den Geheimnissen des Lebens und des Todes zu suchen. Die ältesten Wurzeln des Clans sollen irgendwo in Kleinasien
liegen, doch gegen Ende des Mittelalters hatte er sich in ganz Europa ausgebreitet. Die Kappadozianer waren als Gelehrte, Mystiker und Nekromanten bekannt und so eng mit der kainitischen Gesellschaft ihrer Zeit verbunden, wie es die Clans der Camarilla in den heutigen Nächten sind.

Die Grabräuber erweiterten ihren Wissensschatz, indem sie Mitgliedern wichtiger Familien oder vielversprechenden Gelehrten den Kuss schenkten. Im 13. Jahrhundert hatten sie Einfluss in ganz Europa, in Klöstern, Universitäten und an den Adelshöfen, aber auch Mitglieder und Ghule in der Arbeiterklasse. Irgendwann muss jeder sterben, so war den Kappadozianer klar, und der Tod war eine potenzielle Lektion.

Seine offene Haltung könnte den Untergang des Clans ausgelöst haben. Er nahm eine venezianische Händlerfamilie namens Giovanni auf (der Hang der Familie zum Beschwören und Kontrollieren von Geistern hatte ebenso viel mit dem Kuss zu tun wie ihr Finanzgeschick). Im Laufe der folgenden Jahrhunderte nisteten sich die Giovanni in der Hierarchie des Clans ein, bis Augustus Giovanni Diablerie an Kappadozius beging. Im Laufe der anschließenden Jahrhunderte vernichteten die Giovanni systematisch die verbleibenden Kappadozianer. In den heutigen Nächten sind nur noch wenige von ihnen übrig, etwa die Sendboten des Todes. Die Abstammung dieser Überreste ist weitgehend unbekannt.

Spitzname: Grabräuber

Sekte: Die Kappadozianer existierten nicht lange genug, um sich auf die Seite der Camarilla oder des Sabbat zu schlagen.

Erscheinungsbild: Die Grabräuber waren bleich und leichenhaft, selbst für Vampire. Ihr Haar dunkelte nach dem Kuss oft leicht nach, was ihnen ein noch ätherischeres Erscheinungsbild verlieh. Die Kappadozianer kleideten sich je nach Stand und Rolle.

Zuflucht: Kappadozianer zogen eine gewisse Einsamkeit bei der Wahl ihrer Zufluchten vor. Auch wenn sie nahe genug bei Sterblichen bleiben mussten, um sich nähren zu können, wählten sie oft abgelegene Orte, um sich niederzulassen – Klöster, Grüfte und sogar Kloaken oder Zisternen. Die als Gelehrte oder Berater agierenden Kappadozianer genossen einen besseren Lebensstandard,
doch selbst sie suchten sich oft Orte aus, an denen die Sterblichen nicht interessiert waren.

Hintergrund: Im Allgemeinen interessierten sich die Kappadozianer nicht für Herkunft oder Nationalität, wenn sie den Kuss schenkten, was bedeutete, dass man nicht selten Mohren, Juden oder gar Heiden in den Reihen des Clans fand. Die Grabräuber neigten eher dazu, Menschen mit einem Interesse am Tod den Kuss zu schenken. Das bedeutete nicht unbedingt, den Tod zu verursachen (auch wenn sie zweifellos nicht wenigen Soldaten und Jägern den Kuss schenken), die Rede ist eher von Gelehrten, die sich mit dem Leben nach dem Tod und der Religion befassten, von Totengräbern, Priestern und Eremiten – sie alle fanden den Weg in den Clan der Kappadozianer.

Charaktererschaffung: Geistige Attribute und Kenntnisse waren oft primär, und fast jeder Kappadozianer hatte zumindest ein paar Punkte Okkultismus. Zum Clan gehörten Krieger ebenso wie Scholaren und Priester, und ein Kappadozianer, der beschloss, Tyrann zu werden, konnte wahrlich schrecklich sein. Meist jedoch neigte der Clan eher zu intellektuellen und spirituellen Themen, und das spiegelte sich in seiner Wahl der Fähigkeiten und Hintergründe wider.

Clansdisziplinen: Auspex, Nekromantie, Seelenstärke

Schwäche: Wie erwähnt, waren die Kappadozianer totenbleich, und das wurde immer schlimmer, je älter der Vampir wurde. Junge Kappadozianer konnten als Menschen durchgehen (auch wenn Sterbliche, die wussten, wonach sie suchten, sie leicht herausdeuten konnten), aber ältere Kappadozianer hatten verschrumpelte Haut und sahen viel welker aus.

Organisation: Auf dem Höhepunkt seiner Macht war der Clan der Kappadozianer historisch gesehen wichtig. Er hatte Niederlassungen in mehreren wichtigen Städten in ganz Europa, und Grabräuber dienten nicht selten als spirituelle oder mystische Berater mittelalterlicher Prinzen aus anderen Clans. Intern hatte der Clan keine besonders strikte Hierarchie, doch im Laufe der Jahre sammelte sich der Kern des Clans immer dichter um seinen Gründer (was wiederum den Giovanni die Übernahme erleichterte).

Jeder muss früher oder später mit Charon mitfahren. Wir wollen nur wissen, was wir ihn fragen müssen, ehe wir sein Boot besteigen.Zitat
Stereotype

Hohe Clans: Wir haben den Tod von Königen gesehen, und er gleicht sehr dem Tod von Bauern. Doch die letzten Ruhestätten sind grandios, und vielleicht macht das den Unterschied.
Mindere Clans: Wenn Türme gefallen sind und Könige gestürzt wurden, wer wird sich unserer dann erinnern? Die von minderem Geblüt, und ich hoffe, ihre Nachrufe werden freundlich ausfallen.

Außenansichten

Hohe Clans: Edle und weise Kainiten, wenn auch vielleicht ein wenig zu neugierig. Man muss ja nicht jede Tür öffnen.
Mindere Clans: Möchtegerns. Wollen Sie wissen, was der Tod wirklich vermag? Kommen Sie in meine Domäne und lauschen Sie den Todesrasseln.