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Spitzname: Nihilisten
Tugenden: Überzeugung und Instinkt
Haltung: Finsternis. Nihilisten umgibt eine schwache Aura innerer Finsternis, die Umstehende dazu anregt, in ihren dunkelsten Gedanken und Ängsten zu schwelgen. Ihr Haltungsmodifikator gilt für jegliche Versuche, das innere Dunkel eines Opfers hervorzubringen, wie beispielweise beim Hervorlocken schmutziger Geheimnisse eines angesehenen Politikers oder beim Überzeugen eines tugendhaften Menschen, seinen Keuschheitsschwur zu brechen.
Grundlegende Überzeugungen: Die Vampire, die dem Pfad der Nacht folgen, nehmen ihre Verdammnis voll an; sie glauben sogar, es sei die ihnen als Vampire zugedachte Rolle, als Mittler der Verdammnis zu agieren. Was wäre das Unleben denn schon ohne Schmerz, und geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid. Diesen Pfad praktizieren mehrheitlich junge Kainskinder des Clans Lasombra, die ihre eigenen Seelen nur allzu gerne kasteien, um der Welt neue Untaten zu bescheren. Der Pfad der Nacht bedient sich ausgiebig bei der katholischen Doktrin, obwohl er sich mehr mit Verzicht und Verdammnis als mit Erlösung auseinandersetzt. Laut diesem Pfad ist der Sinn des Unlebens eines Vampirs, die Welt zu quälen, als Mittler des Bösen zu agieren und somit den Wünschen der höheren Mächte nachzukommen, die über Gut und Böse gleichermaßen richten.
Niemand ist frei von Sünde, und die Anhänger dieses Pfades sind verpflichtet, diese Sünde aufzudecken und anzustacheln. Leben und Unleben sind unterschiedliche Grade der Verdammnis; die, die ihr volles Potenzial nicht erkennen, sind verlorene Schafe, nur dazu da, um zur Schlachtbank geführt zu werden. Dies ist einer der schrecklichsten Pfade, den es gibt, da er sich damit beschäftigt, anderen offen und mutwillig Unbehagen zu bereiten. Seine Anhänger sind aber mehr als Schlägertypen oder Sadisten. Jemand, der den Fluch Kains erhält, ist durch das Schicksal verpflichtet, sich für den Fluch an den Sethskindern zu rächen. Durch die Erfüllung der ihnen zugedachten Rolle hoffen die Vampire auf diesem Pfad, letztlich über diese hinauszuwachsen und ewigen Frieden zu finden. Abgesehen von diesem Endziel ist der Pfad der Nacht eine Ideologie der Disharmonie und des Widerstands, und die Gesellschaft derer, die auf ihm wandeln, ist oft nur
schwer zu ertragen.
Die Ethik des Pfades
- Lasse kein Wesen von deinem Übel unberührt.
- Reize und erschrecke die um dich herum; die Schwachen werden vergehen, während die Starken durch deine Prüfungen nur abgehärtet werden.
- Leite andere an, ihr inneres Dunkel anzunehmen.
- Versuche, jeden nur erdenklichen Sinneseindruck zu erfahren, und noch einige mehr.
- Der Tod ist der Weg und nicht das Ziel.
- Kainskinder, als von Gott verdammte Seelen, erfüllen ihren Daseinssinn, indem sie sich von Sterblichen nähren.
Geschichte
Wenn überhaupt, dann haben nur wenige die Anfänge und die Entwicklung dieses Pfades aufgezeichnet. Die meisten Kainskinder, die auch nur noch einen Funken Menschlichkeit besitzen, meiden den Pfad der Nacht, der laut unterschiedlichster Bekundungen aus mittelalterlichen Todeskulten, satanischen Kabbalas, den Lehren degenerierter Vorsintflutlicher oder den Praktiken
von Adams erster Frau Lilith und ihren Kindern entstanden sein soll. Manche vermuten, ein Lasombra-Klüngel, der als die Schwarzen Engel bekannt ist, versuche, Uneinigkeit in den Reihen seines Clans zu säen, indem er leicht zu beeindruckende neugeborene Hüter auf diesem schädlichen Pfad schickt.
Gegenwärtige Praktiken
Keine Sünde ist zu pervers, als dass die Anhänger dieses Pfades sich nicht darin ergehen könnten, kein Vertrauen heilig genug, um es nicht zu enttäuschen. Kainskinder auf dem Pfad der Nacht verflechten ihr Schicksal sehr eng mit dem der Sterblichen, die einen Großteil ihrer Raubzüge über sich ergehen lassen müssen. Als Vorboten der Verdammnis spüren die Nihilisten die geheimen
Ängste und Sorgen der Menschen um sie herum und setzen die Sethskinder eben diesen Schrecken aus, wie sie es gerade für richtig erachten. Ironischerweise haben die Vampire auf diesem Pfad
oft große Ehrfurcht vor denen, die sie als wahrhaft „gut“ oder „gesegnet“ ansehen. Es gibt Gerüchte über einen Hüter, der eine Familie von Hexenjägern über drei Generationen gequält hat, bis ihn schließlich ein Nachkomme der Linie vernichtete, den er angeblich für seine Entschlossenheit in den höchsten Tönen lobte.
Beschreibung der Anhänger
Diesem Pfad folgen fast ausschließlich Lasombra, obgleich die Hüter gelegentlich auch Mitglieder anderer Clans bekehren können. Andere Hüter schätzen Lasombra, die diesem Pfad folgen, oft nicht sonderlich, weil auf ihm kein Platz für Edelmut ist. Während die meisten Lasombra andere Moralkodizes befolgen, die aus dem Sabbat stammen, sind die Lasombra auf dem Pfad der
Nacht wahre Scheusale.
Dem Pfad folgen
Vampire auf dem Pfad der Nacht peinigen ihre Opfer, wobei jeder zum Opfer werden kann, von dem sich die Nihilisten angezogen fühlen. Kainskinder auf diesem Pfad töten nur sehr ungern – denn damit nimmt man sich ja selbst potenzielle Ziele, obwohl die Nihilisten durchaus zu Mördern werden können, wenn das Verbrechen andere in tiefe Trauer stürzen lässt, oder die
Existenz des Vampirs bedroht wäre, wenn er nicht töten würde. In gewissem Maße sind die Nihilisten die Hirten der Sethskinder, da sie ihnen zeigen, was sie erwartet, wenn sie uneinsichtig sind. Kein Anhänger dieses Pfades würde das allerdings offen zugeben. Sie sehen sich selbst einfach als Teufel.
Verbreitete Fähigkeiten: Kainskinder auf diesem Pfad spezialisieren sich auf Fähigkeiten, die es ihnen erlauben, andere zu peinigen. Handgemenge, Einschüchtern, Nahkampf und Medizin (um sich anatomisches Wissen anzueignen) finden bei den Nihilisten Verwendung.
Bevorzugte Disziplinen: Anhänger dieses Pfades kultivieren Schattenspiele des puren Grauens wegen, das
diese erzeugen, sowie Stärke, weil man mit dieser Disziplin anderen große Qual zufügen kann.
Hierarchie der Sünden des Pfades der Nacht
| Wert | Moralische Richtschnur | Erklärung |
|---|---|---|
| 10 | einen Sterblichen töten, um sich zu nähren | Tote verspüren keinen Schrecken mehr. |
| 9 | im Interesse anderer handeln | Die Zeit ist zu knapp, um unwichtige Ziele zu verfolgen. |
| 8 | bei Raubzügen nicht innovativ sein | Wenn andere mit den eigenen abscheulichen Taten schon vertraut sind, sind sie darüber vielleicht nicht mehr schockiert. |
| 7 | um Hilfe bitten | Wer sich nicht um sich selbst kümmern kann, wird seine Ziele nur schlecht erreichen. |
| 6 | Totschlag | Gott hat die Kainskinder zu Bestien, aber nicht zu Mördern gemacht. |
| 5 | sich dem Willen eines anderen Kainskinds beugen | Die Spiele des Dschihads lenken nur von der wahren Aufgabe der Verdammten ab. |
| 4 | geplanter Mord oder Mord im Affekt | Der Tod hilft keinem, er raubt einem nur ein Opfer. |
| 3 | jemandem helfen | Anteilnahme hat im untoten Herzen eines Vampirs keinen Platz. |
| 2 | die Überlegenheit eines anderen anerkennen | In Gottes Plan sind alle Kainskinder gleich. |
| 1 | das eigene Verhalten bedauern | Die Aufgabe der Kainskinder besteht darin, Reuegefühle zu erzeugen, nicht sie selbst zu verspüren. |