Der Pfad des Paradox

Inhaltsverzeichnis

Spitzname: Shilmulo (Romani-Wort für Vampire)

Tugenden: Überzeugung und Selbstbeherrschung

Haltung: Selbstbewusstsein. Die Shilmulo glauben, sie seien genau dort, wo sie hingehören, und täten die ihnen vorherbestimmten Dinge– und das merkt man ihnen an. Der Haltungsmodifikator gilt für Versuche, andere zu manipulieren oder zu führen.

Grundlegende Überzeugungen: Der Pfad des Paradox, auf dem fast ausschließlich Ravnos wandeln, beschäftigt sich mit der karmischen Pflicht der Vampire, den großen Zyklus der Äonen fortzuführen. Laut dem Pfad des Paradox sind die Vampire auf ewig aus dem illusionären Zyklus des Universums (Maya) ausgeschlossen. Die meisten anderen Wesen werden durch Samsara, eine fortwährende „Verstrickung“ in den Zyklus der Reinkarnation, wiedergeboren; die Kainskinder stehen nicht innerhalb dieses Zyklus. Jedes Wesen hat seine eigene Aufgabe, seinen eigenen Sinn oder Svadharma, obwohl die Vampire, die aus dem Zyklus ausgeschlossen sind, ihres verloren haben. Statt des Dharmas, dem sie einst folgten, müssen nun alle Kainskinder versuchen, das Maya voranzubringen. Im Verlauf dieses Prozesses sollen sie das Maya verstehen lernen und schließlich die großen Illusionen durchschauen, die ihnen den Blick auf die letzte Wahrheit verwehren.

Das versuchen die Ravnos jedoch durch selektive Täuschungen zu erreichen. Andere Vampire sehen die Ravnos als nicht vertrauenswürdig, und man kann nur schwerlich erwarten, dass sie den Rat eines Kainskinds aus dem fahrenden Volk annehmen. Folglich mussten die Ravnos auf durchdachte Täuschungsmanöver zurückgreifen, um die anderen Vampire – oder um genauer zu sein, alle Wesen, denen sie begegnen – zum Handeln zu bewegen. Wie viele andere Kainskinder sehen die Ravnos ihren untoten Zustand als Fluch an. Die Ravnos glauben jedoch, dass dieser aus ihrer Unfähigkeit erwuchs, das Maya zu begreifen. Die anderen Kainskinder, die auch von den Drehungen des karmischen Rads ausgeschlossen sind, erkennen häufig nicht, dass es auch für sie wichtig ist, wieder in den Zyklus einzutreten. Die Shilmulo verstehen das – und beschleunigen die Rückkehr der anderen Vampire in den Zyklus, indem sie sie vernichten.

Die Ethik des Pfades

  • Gib den Kuss nur weiter, wenn es absolut unumgänglich ist, und dann nur an Jati (den Familienzweig).
  • Interpretiere das Svadharma anderer und hilf ihnen, es zu erfüllen.
  • Vernichte andere Kainskinder, da sie dem Maya widernatürlich sind.
  • Tilge deine karmische Schuld, zerschlage die Illusionen des Maya und kehre in das Samsara zurück.
  • Setze Lug und Trug ein, um deine Ziele zu erreichen, da andere selbst schuld sind, wenn sie dir vertrauen.
  • Verwirre die Vorsintflutlichen, indem du ihre Kinder wieder in den Zyklus führst.

Geschichte

Dieser Pfad entstand unter den Ravnos in den letzten Nächten des Römischen Reichs. Den mannigfaltigen Trugbildern, die die Ravnos beherrschen, schreibt man eine tragende Rolle beim Zusammenbruch des Imperiums zu. Laut vieler Ravnos war der Pfad kurz nach dem Niedergang Roms für viele Jahrhunderte verdorben worden, bis ein ausschlaggebendes (geheimes) Ereignis dazu beitrug, dass die Ravnos ihre Ideale überdachten.

Gegenwärtige Praktiken

Man täuscht sich nur allzu leicht, wenn man sagt, dass die Ravnos Vampire vernichten und Karma verbrennen. Eigentlich ist der Pfad des Paradox mühsam und anspruchsvoll. Viele Täuschungen der Ravnos sind in Wahrheit komplexe Prüfungen, die sie anderen auferlegen, damit diese verborgene Aspekte ihrer selbst enthüllen. So reisen die Ravnos durch die Welt, ausgestoßen von den anderen Kainskindern, die die Notwendigkeit der Pflichten der Shilmulos verkennen.

Beschreibung der Anhänger

Die meisten Anhänger dieses Pfades sind Ravnos, obwohl ihm auch gewisse Linien der Malkavianer und der Gangrel folgen. Im Clan Ravnos tauchen zunehmend Vampire aus aller Welt auf, was darauf hinweist, dass die Ravnos ihren Kodex nur wenig achten oder dass die Jati weiter verzweigt sind, als man bisher annahm.

Dem Pfad folgen

Kainskinder auf dem Pfad des Paradox schätzen andere Vampire meist gering, weil sie glauben, sie strebten aus Ahnungslosigkeit oder Arroganz nicht nach einem Wiedereintritt in den Zyklus. Deshalb erledigen die Ravnos das für sie. Dazu kann das Weben vielschichtiger Trugbilder und Täuschungen, um zu bestimmen, welches Svadharma eine bestimmte Person besitzt, ebenso gehören wie die simple Vernichtung eines Vampirs, um ihn zurück in den Zyklus zu führen, wo ihn ein neues Svadharma erwartet.

Verbreitete Fähigkeiten: Kainskinder auf diesem Pfad konzentrieren sich auf Fähigkeiten, die es ihnen gestatten, einen Vorteil gegenüber anderen zu erlangen, wie zum Beispiel Aufmerksamkeit, Empathie, Ausflüchte, Heimlichkeit und Nachforschungen.

Bevorzugte Disziplinen: Anhänger dieses Pfades praktizieren die Disziplin Schimären, um ihre Ziele zu täuschen und um die dem Maya inneliegenden Illusionen zu manipulieren. Shilmulo lieben außerdem Seelenstärke, um sich vor dem Zorn ihrer Opfer zu schützen. Viele sind auch Meister der Disziplin Auspex, mit der sie besser verborgene Geheimnisse aufspüren können.

Hierarchie der Sünden des Pfades des Paradox

WertMoralische RichtschnurErklärung
10den Kuss an eine Frau weitergebenFrauen sollten Überbringerinnen des Lebens, nicht des Todes sein.
9den Kuss außerhalb der Jati weitergebenViele andere erfassen die Tiefe der Philosophie des Paradox nicht.
8einen anderen Shilmulo vernichtenIm Gegensatz zu vielen anderslautenden Meinungen beginnt Barmherzigkeit nicht im Familienkreis.
7einen Sterblichen töten, um sich zu nährenDer Tod nimmt der Person die Möglichkeit, ihr Svadharma zu erfüllen.
6einen Vampir eines anderen Pfades nicht vernichtenDie, die den wahren Weg nicht erkennen, sollte man einer produktiven Rolle im Zyklus zuführen.
5einen Sterblichen aus anderen Gründen töten als des Überlebens wegenEine Person hat vielleicht ihr Svadharma noch nicht erfüllt, und dies zu verhindern ist Anathema.
4einem anderen nicht bei der Erfüllung seines Svadharma helfenDie Götter haben dies zur Aufgabe der Shilmulo gemacht.
3Sektenangelegenheiten über das Dharma stellenDie Treue eines Shilmulo gilt den Göttern, nicht seinen Freunden.
2ein Blutsband eingehenMan könnte seinen Herrscher nicht zerstören, was Sinn und Zweck dieses Pfades in Frage stellt.
1den Kuss unnötig oder aus persönlichen Wünschen weitergebenMan muss andere in den Zyklus zurückführen und nicht aus ihm herausreißen.