Der Pfad der Knochen

Inhaltsverzeichnis

Spitzname: Totengräber

Tugenden: Überzeugung und Selbstbeherrschung

Haltung: Wortkargheit. Die Totengräber, die es gewohnt sind, viele Stunden mit der stillen Betrachtung von Gräbern zuzubringen, strahlen die Stille des Todes aus.

Grundlegende Überzeugungen: Man glaubt, der Pfad der Knochen sei aus einem perversen Kodex entsprungen, dem die morbiden Vampire folgten, die die Giovanni zeugten. Ganz gleich, ob Mensch, Kainskind oder andere Kreatur, alle liegen früher oder später in den Armen des Todes. Die eifrigsten Anhänger dieses Pfades propagieren die Maxime: „Überlasse dich ganz der Erkenntnis des unabwendbaren Endes.“ Vampire, die diesem Pfad folgen, streben nach Wissen darüber, was der Tod ist: nur das Ende des Lebens? Der Übergang der Seele in das, was danach kommt? Das Ende des Lebenswillens der Seele? Diese Fragen quälen die Anhänger des Pfades der Knochen jede Nacht.

Viele Vampire glauben, der Pfad der Knochen sei ein degenerierter Pfad, der seine Anhänger zu Mord und Perversion aller Art ermuntert. Die, die den Pfad ehren, und die, die mit ihm vertraut sind, wissen aber, dass es bei ihm um eine Suche nach dem Sinn des Lebens und des Unlebens geht. Anhänger dieses Pfades versuchen, Wesen und Zweck des Todes zu begreifen und wollen somit die Rolle, die jedes Individuum im Spiel des großen Ganzen innehat, verstehen lernen. Die Sterblichkeit ist ein unveränderlicher Grundstein des Universums; nur die Vampire scheinen diesen Zyklus irgendwie zu überlisten.

Die wahre Natur der Kainskinder liegt jedoch für gewöhnlich außerhalb der Themenkomplexe, die dieser Pfad erforscht. Er ist wahrhaftig der Kodex eines Gelehrten, denn die Kainskinder, die ihm folgen, verzichten sogar auf die Gesellschaft von Ihresgleichen, um ihr Verständnis der Mysterien des Todes zu vergrößern. Diese Kainskinder sind nicht notwendigerweise böse – sie
schätzen nur Erkenntnis höher als menschliches Leben. Einfach ausgedrückt versucht der Pfad der Knochen nicht nur zu definieren, was der Tod ist, sondern auch, welchen Sinn er für die hat, die ihm entkommen sind. Es ist ein Pfad des Wissens und der Macht, und viele seiner Anhänger haben auf Sterbliche wie Tote großen Einfluss. Viele auf diesem Pfad sind im Wissen über Geister
sehr bewandert, aber selbst diese bizarren Wesen können viele Fragen der Totengräber nicht beantworten. Was passiert beispielsweise mit einem Geist, der seinen seelischen Konflikt löst oder in die Leere übergeht?

Die Ethik des Pfades

  • Studiere den Tod in all seinen Formen.
  • Bestimme, wann der Tod eintritt; erkläre ihn.
  • Suche nach dem Sinn des Todes und des Lebens, das ihm vorausgeht.
  • Untersuche die Unterschiede verschiedener Todesursachen.
  • Mach deinen Frieden mit Leben und Unleben – unterscheide zwischen Verdammnis und Erlösung.
  • Bringe schnell den Tod herbei, sollte er auf unnatürliche Weise hinausgezögert werden.

Geschichte

Dieser Pfad ist aus einem Verhaltenskodex entstanden, den die Kappadozianer entwickelten, die Opfer der Giovanni wurden, als diese nach größerer Macht gierten. Einige ausgewählte Giovanni sahen in ihren nekromantischen Praktiken mehr als nur ein Mittel zum Zweck und führten die Riten und Studien ihrer Vorgänger weiter. Obgleich der Pfad im Clan Giovanni nicht weit verbreitet
ist, sind seine Anhänger für die meisten Fortschritte des Clans in der Nekromantie verantwortlich.

Gegenwärtige Praktiken

Alte Giovanni folgen diesem Pfad, wie auch die mit echtem Interesse daran, ihr Wissen über die Nekromantie aus einem anderen Grund als reiner Machtgier zu erweitern. Giovanni, die dem Pfad der Knochen folgen, haben nur wenig mit Sterblichen zu tun, da ihr ernsthafter Forscherdrang und ihre grimme Wissbegier sich für die Sterblichen, mit denen sie in Kontakt geraten, rasch als
tödlich erweist.

Beschreibung der Anhänger

Vampire auf diesem Pfad sind wirklich neugierig: Sie wollen in Erfahrung bringen, welchem Ziel das Dasein jedes einzelnen Individuums dient. Für die Kainskinder auf dem Pfad der Knochen ist Thanatologie mehr Wissenschaft als Philosophie. Dieser Pfad ist sehr introspektiv, und gierige Giovanni hängen ihm nur selten an, weil sie den finanziell angenehmeren Blickwinkel der Menschlichkeit vorziehen. Die Totengräber nutzen der Familie Giovanni hauptsächlich mit Wissen, das sie ihr bringen, weniger durch die Unterstützung ihrer politischen Ziele.

Dem Pfad folgen

Vampire, die sich den Lehren des Pfades verschreiben, sollten abgehoben und wissensdurstig zugleich sein. Obwohl sie mit dem Tod nicht herablassend umgehen, helfen Totengräber dann und wann einem anderen dabei, die sterbliche Hülle abzustreifen, da sie es vorziehen, aus der Beobachtung zu lernen. Weniger fatalistische Vampire könnten hieran Anstoß nehmen, und die  Kainskinder auf diesem Pfad werden niemanden daran hindern, dem Sterbenden zu helfen. Offenbar ist dessen Zeit dann noch nicht gekommen.

Der Pfad des Todes und der Seele

In der Gründungsphase des Sabbats ließen sich auch die Tzimisce von den Kappadozianern inspirieren und schufen eine Abart dieses Pfades, die sie als Pfad des Todes und der Seele bezeichnen. Der Sabbat behauptet, seine Version des Pfades unterscheide sich von der anderen, doch die meisten außenstehenden Beobachter haben Schwierigkeiten, die Unterschiede zwischen Anhängern des Pfades der Knochen und des Pfades des Todes und der Seele zu erkennen. Von daher sind die Regeln für beide Pfade identisch.

Verbreitete Fähigkeiten: Kainskinder auf diesem Pfad spezialisieren sich auf die Bereiche, die ihre makabren Forschungen voranbringen. Sie bevorzugen Kenntnisse, insbesondere in Bezug auf Medizin, Okkultismus und Naturwissenschaften.

Bevorzugte Disziplinen: Anhänger dieses Pfades bevorzugen natürlich Nekromantie und verfeinern auch ihre Begabung in Auspex. Man munkelt überdies, dass gewisse Ahnen des Pfades einzigartige mystische Künste entwickelt haben, die mit dem Studium des Todes in Verbindung stehen.

Hierarchie der Sünden des Pfades der Knochen

WertMoralische RichtschnurErklärung
10Angst vor dem Tod zeigenAngst stört das Lernen.
9einen Todesfall nicht untersuchenNicht lernen wollen bedeutet nicht verstehen wollen.
8TotschlagMan vergibt eine Gelegenheit, Einsicht zu gewinnen.
7nicht trinken, wenn man dürstetSich selbst zu entsagen dient keinem höheren Ziel..
6in Raserei verfallenDas Tier ist irrational, und Gefühle fördern das Verständnis nur
wenig.
5nicht töten wollen, wenn sich eine Gelegenheit dazu bietetEine Theorie bestätigt man am Besten experimentell, und ohne Beweise sind keine Schlüsse möglich.
4Eine Entscheidung nicht logisch, sondern emotional treffenVampire sind tot; ihre Gefühle demnach auch..
3sich selbst zugunsten eines anderen Unannehmlichkeiten bereitenDer Tod ist ohnehin unabwendbar; wo liegt dann der Sinn darin, das Unbehagen eines anderen zu lindern?
2unnötig einen Tod verhindernMan darf den Kreis nicht unterbrechen, man sollte von ihm lernen.
1aktiv einen Tod verhindernSolche Gefühlsausbrüche dürfen sich Menschen erlauben, Kainskinder nicht.